Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat den Antrag Thüringens abgelehnt, ein Lied der umstrittenen Rockband Frei.Wild wegen Gewaltverherrlichung verbieten zu lassen. Das zuständige Gremium stuft den Song Rache muss sein nicht als jugendgefährdend ein.

Den Titel habe das Gremium allerdings "sehr, sehr kritisch" gesehen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Prüfstelle, Petra Meier. In dem Song heißt es: "Jetzt liegst du am Boden, liegst in deinem Blut. Das Blut auf meinen Fäusten, ich find, es steht mir gut."

Der Südtiroler Band Frei.Wild wird seit Langem vorgeworfen, deutschtümelnde und gewaltverherrlichende Texte zu verbreiten. Die Band weist die Vorwürfe zurück. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger, ein Ex-Skinhead, der seine frühere Zugehörigkeit zur rechten Szene heute einen Fehler nennt, begrüßte die Entscheidung der Bundesprüfstelle. Der Song, von dem sich die Band bereits selbst distanziert hatte, habe nur unnötige Aufmerksamkeit erfahren. "Es ist zu befürchten, dass der Song jetzt, wo es einen Indizierungsantrag gegeben hat und darüber diskutiert wurde, einen ganz anderen Hype erfährt und dass die Leute ihn sich nun erst recht irgendwie besorgen", sagte Burger.   

Bereits im November des letzten Jahres war eine Indizierung auf Antrag Thüringens geprüft worden, nachdem der Journalist Thomas Kuban diese angeregt hatte. Die Prüfung wurde eingestellt, weil die vom thüringischen Sozialministerium genannten Internetseiten nicht mehr abrufbar waren – eine Entscheidung, die kritisiert wurde: "Wenn die Bundesprüfstelle ein bisschen googeln würde, könnte sie Medien mit dem fraglichen Lied problemlos finden und entsprechende Prüfverfahren realisieren", sagte Journalist Kuban damals.