Der House-Musik-Pionier Frankie Knuckles ist tot. Knuckles sei im Alter von 59 Jahren unerwartet in seinem Haus gestorben, schreibt die Chicago Tribune und beruft sich auf Knuckles langjährigen Geschäftspartner Frederick Dunson. Der mit einem Grammy ausgezeichnete Knuckles hatte den House erfunden, eine Stilrichtung der elektronischen Tanzmusik. Er arbeitete zudem als Produzent, Talent-Scout und Remixer für Musiker wie Whitney Houston und Michael Jackson.

Knuckles wurde 1955 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren und machte sich früh einen Namen als DJ. Später zog er nach Chicago, wo eine Straße nach ihm benannt wurde. Dort traf er den DJ Larry Levan, der zu seinem Mentor wurde. "Wir haben ganze Nachmittage damit verbracht, uns zu überlegen, wie wir eine Platte so präsentieren können, dass die Menschen sie ganz anders hören und sich in sie verlieben", sagte Knuckles der Chicago Times. "Für uns war es eine Form von Kunst."

In den 1970er Jahren legte er in dem Club Warehouse in Chicago auf und kombinierte R&B- und Soulplatten mit neuen Mix- und Auflegetechniken – es entstand der House. Für die Besucher des Clubs wollte Knuckles Abende schaffen, die sie nicht mehr vergessen würden. "Manchmal habe ich alle Lichter ausgemacht und eine Platte aufgelegt, die klang, als ob ein Zug gleich in den Club rast. Die Leute sind völlig ausgeflippt."

Später gründete er eigene Clubs und legte auf der ganze Welt auf. "Musik ist das einzige, was Menschen beruhigt. Auch wenn sie wie verrückt auf der Tanzfläche herumspringen, sind sie innerlich dennoch ruhig, denn sie konzentrieren sich darauf, eine gute Zeit zu haben und die Musik zu lieben", sagte Knuckles. "Tanzen ist meiner Meinung nach das beste, was man für sich machen kann. Und es kostet nichts."

Zahlreiche Kollegen und Fans von Knuckles betrauerten seinen Tod im Internet. "Frankie Knuckles wurde nicht genügend wertgeschätzt", twitterte der Schlagzeuger und Produzent Questlove. "Alle DJs wollten so sein wie er. Er war ein wahrer Dance-Pionier."