Rekorder - Conor Oberst spielt "Hundreds Of Ways" Der Barde von heute: Conor Oberst, Erfinder der Bright Eyes, spielt vor unserem Rekorder eine besondere Version seines neuen Hits.

Er ist 34, aber macht schon seit mehr als zwei Jahrzehnten Musik. Als er 13 war, fing Conor Oberst damit an. Er gründete gemeinsam mit Freunden sein eigenes Label, den Vorläufer des heutigen Indie-Labels Saddle Creek. Sein Durchbruch kam mit dem Projekt Bright Eyes, das er 1997 zunächst als Ein-Mann-Show ins Leben rief.    

Bright Eyes wurde in den 2000ern zum Liebling vieler Kritiker, die Oberst gerne mal im gleichen Absatz mit Bruce Springsteen, Bob Dylan und The Cure erwähnen. Vergleiche sind zum Hinken geboren, doch  man kann durchaus einige musikalische und lyrische Parallelen zu diesen Vorbildern feststellen. Das Publikum strömte auf seine Shows, in den Charts setzten sich Alben und Singles fest, irgendwo auf dem Weg nach oben kletterte Oberst auch in Lettermans Show vorbei.     

Egal, in welchem seiner zahllosen Projekte neben den Bright Eyes er sich bewegt, Oberst ist sofort herauszuhören. Ob elektronischer Pop, Punkrock, Folk oder klassischer Country/Americana, der US-Amerikaner aus Nebraska springt gerne von Genre zu Genre. Die Songs klingen dennoch wie aus einem Guß. Das könnte an seiner prägnanten, oft gebrechlich wirkenden Stimme liegen, die häufig zwischen einem Knattern und Flattern oszilliert. Oder an seinen poetischen und leicht schwermütigen Texten, Geschichten über das jung sein, lieben, Enttäuschungen und Altwerden. Klassischer Folk-Stoff.

In Berlin stellte er gerade sein neues Solo-Album Upside Down The Mountain vor, das am 16. Mai erscheint. Die vorab veröffentlichte Single Hundreds Of Ways ist ein Popsong voller Country-Elemente. Für uns spielte er eine reduzierte Lagerfeuerversion in der Kim Bar in Berlin-Mitte. Und nach zehn Minuten Gitarre stimmen, Song spielen und Autogrammwünsche erfüllen, war er schon wieder im nächsten Berliner Wolkenbruch verschwunden.

Rekorder an!