Der langjährige Generalmusikdirektor der Deutschen Oper und Chefdirigent des spanischen Nationalorchesters, Rafael Frühbeck de Burgos, ist tot. Er erlag am Mittwoch im Alter von 80 Jahren in Pamplona seinem Krebsleiden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf Familienkreise. Der deutschstämmige Frühbeck, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Rafael Frühbeck de Burgos, hatte wegen der Krankheit erst kürzlich seine Karriere beendet.

Als Sohn deutscher Emigranten kam Rafael Frühbeck 1933 in der nordspanischen Kleinstadt Burgos zur Welt. Nach seinem Studium in Bilbao, Madrid und München übernahm er 1962 die Leitung des spanischen Nationalorchesters. Von 1966 bis 1971 war Frühbeck de Burgos Generalmusikdirektor der Stadt Düsseldorf und Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker. Es folgten Engagements in Madrid, Wien, Montreal, Tokio und Berlin, die den Kapellmeister weltberühmt machten.    

In Berlin arbeitete Rafael Frühbeck de Burgos unter anderem als künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters und Generalmusikdirektor der Deutschen Oper. 2004 übernahm er als Chefdirigent die künstlerische Leitung der Dresdner Philharmonie, bevor er sich 2011 aus Deutschland verabschiedete. Seine letzte Position als Chefdirigent des Dänischen Nationalorchesters gab der Maestro Anfang Juni 2014 aus gesundheitlichen Gründen auf.

Frühbeck de Burgos' besondere Aufmerksamkeit galt den Werken der Spätromantik, er dirigierte meist auswendig. Neben seinen Gastspielen in den größten Konzertsälen der Welt spielte er mehr als 100 Tonaufnahmen ein. Er war Ehrendoktor der Universität Navarra in Pamplona und der Universität Burgos. 2010 wählte ihn die Zeitschrift Musical America zum Dirigenten des Jahres.