Die Geschwister Kitty, Daisy und Lewis Durham dürften Soziologen einige Schwierigkeiten bereiten. Es lässt sich nämlich nicht genau sagen, ob ihre Musikalität angeboren oder anerzogen ist, nature oder nurture. Der Vater ist Tonstudioingenieur, die Mutter war Schlagzeugerin der Postpunk-Band Raincoats. Zu Hause standen immer Instrumente herum und Plattenschränke voller Schelllack-Preziosen. Stil und Talent trafen sich also schon in der Kinderstube der Durhams, und die drei waren noch im Teenageralter, als sie erste Erfolge feierten.

Ihr selbst betiteltes Debütalbum erschien 2008 und ließ Rockabilly und frühen Rock 'n' Roll wieder aufleben. Drei Jahre später veröffentlichten sie, mittlerweile alle im tabakfähigen Alter, Smoking In Heaven – wieder eine Hommage an handgemachte Zeiten. Nach erfolgreichen Konzerttourneen zogen sich Kitty, Daisy & Lewis zurück und richteten sich im heimischen London ein vollkommen analoges Tonstudio ein. Drei Jugendlich-Ewiggestrige? "Auch wenn wir unsere Musik auf altmodische Weise aufnehmen, ist das trotzdem zeitgemäß", sagte die 21-jährige Kitty kürzlich dem Guardian

Am kommenden Freitag erscheint nun ihr drittes Album, The Third, das den Lesern von  ZEIT ONLINE hier exklusiv als Stream zur Verfügung steht. Stilistisch bleibt es beim Alten, doch hat Mick Jones von The Clash mit den Geschwistern noch weiter am Sound gearbeitet. Sie swingen sich über Rockabilly, Boogie und Reggae sogar vor bis zum Funk von Stevie Wonder. Und der weilt ja zum Glück sogar noch unter den Lebenden.