Holger Czukay, Bassist der Krautrockband Can, ist tot. Wie die Band auf Facebook schrieb, starb er am Dienstag im Alter von 79 Jahren bei sich zu Hause. Er lebte in dem ehemaligen Bandstudio in Weilerswist nahe Bonn.

Erst vor wenigen Wochen war Czukays Frau gestorben. "Holger war wegen des Verlusts seiner geliebten Partnerin am Boden zerstört", heißt es in dem Facebookpost. "Dennoch hatte er sich darauf gefreut, mehr Musik zu machen." Er sei guten Mutes gewesen. Sein Tod sei ein Schock, schrieb die Band.

Czukay war einer der Gründer der Kölner Band. Bereits im Januar war der Schlagzeuger Jaki Liebezeit im Alter von 78 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben.

Can galt als eine der führenden avantgardistischen Gruppen der 1970er Jahre. Die Band mixte Klassik, Free Jazz und Rock mit komplizierten Harmonien und elektronischen Effekten und ebnete so New Wave und Elektropop den Weg. Bis heute gilt Can als eine der inspirierendsten Bands der Musikgeschichte.

Czukay war 1938 in Danzig geboren worden. Mit acht Jahren kam er nach Deutschland und studierte später in Berlin und Köln bei dem Komponisten Karlheinz Stockhausen. "Ich leiste mir die musikalische Freiheit, unbekümmert loszulegen", umschrieb er mal in einem Interview in den 1980er Jahren seine Arbeit.

Seine Kompositionstechnik galt als einmalig

Mit Reglern, Diktiergeräten und Antennen nahm Czukay fremdartige Töne und Atmosphären auf. Seine Kompositionstechnik galt als einmalig. Während er in der internationalen Szene der Avantgarde-Musiker angesehen war, war er in Deutschland lange nur bei Musiknerds ein Thema.

Mitte des Jahres hatte sich die alte Can-Crew beim Can Project in London nochmals getroffen. Allerdings hatte Czukay abgesagt. Laut einem Sprecher hatte er gesundheitliche Probleme.