Junges Talent

Kelela: Take Me Apart (Warp)
So klingt die Zukunft des Pop: so autonom und geschmeidig, so erotisch vital und technoid futuristisch wie der Soul von Kelela.
(Jens Balzer)

Cassels: Epithet (Big Scary Monsters)
Wenn zwei junge Brüder aus England mit mathematischem Spielwitz jede Liedstruktur schreddern, klingt Punkrock fast intellektuell.
(Jan Freitag)

Aldous Harding: Party (4AD)
Verzwicktes Folkpicking, verbogener Gesang und ein Händchen für die ganz harten Themen: Aldous Hardings Party ist die Platte des Jahres aller Partybremsen.
(Daniel Gerhardt)

Lucas Debargue: Schubert und Szymanowski (Sony)
Ein aufregend selbstbewusster Pianist, der Vertrautes ebenso wagt wie Unbekanntes.
(Wolfram Goertz)

Jace: Vorschuss (Flavour Gang)
"Lass uns treffen am Apple Store / Jogginghose, Telefon am Ohr." Besichtigungen des prekären Lebens, schnoddrig, eloquent, respektlos.
(Daniel Haas)

Karlrobert Kreiten: Historical Recordings (Avi)
Mit 27 Jahren wurde der Pianist aus Düsseldorfvon den Nazis hingerichtet. Die Welt verlor einen Wundermann.
(Volker Hagedorn)

Schubert: Der Einsame (Champs Hill Records)
Ilker Arcayürek, Tenor, Simon Lepper, Klavier. Der junge Wiener singt mit so viel Herz, dass das eigene laut zu schlagen beginnt.
(Christine Lemke-Matwey)

King Krule: The Ooz (XL Recordings)
Der Rapper-Songwriter aus Südlondon qualifiziert sich mit morbiden Taschenlampenliedern und Endzeitswing zum jüngsten Crooner-König.
(Pinky Rose)

Luise Volkmann / Été Large: eudaimonia (nWog)
Hymnen auf das Leben von Bukowski bis Rilke – komponiert von der Flötistin für ihr großes, poetisches Ensemble.
(Ulrich Stock)

Bilderbuch: Magic Life (Universal)
Gitarrenmusik auf Deutsch? Würde in der Bedeutungslosigkeit verschwinden ohne diese Band und ihre Vorliebe für R’n’B und Van Halen.
(Lars Weisbrod)

Syd: Fin (Columbia)
Aus dem OddFuture-Sumpf gestiegen und während einer Pause ihrer Band legt Syd verhaltene Oden an die Freude zwischen Winter und Sommer vor.
(Fabian Wolff)