Die deutsche Band Kraftwerk ist für ihr Album 3D - Der Katalog mit einem Grammy ausgezeichnet worden. Die Sammlung von Audio- und Videoaufnahmen von Liveauftritten überzeugte die Jury in der Kategorie Bestes Dance/Elektronisches Album. Damit setzte sich die 1970 in Düsseldorf gegründete Band zum ersten Mal im direkten Wettbewerb gegen andere Grammy-Kandidaten durch. Den Preis für ihr Lebenswerk, den die Pioniere der elektronischen Popmusik vor vier Jahren von der Recording Academy bekommen hatten, wurde ihnen außerhalb des Wettbewerbs verliehen. 

Sechs Preise für Bruno Mars

Der große Gewinner der diesjährigen Grammy-Verleihung war der R&B- und Funk-Sänger Bruno Mars, der die wichtigsten Preise gewinnen konnte. So wurde er in den Kategorien Album des Jahres (24K Magic), Aufnahme des Jahres (Titellied 24k Magic) und Song des Jahres (That's What I Like) ausgezeichnet. "Oh mein Gott. Vielen Dank, Leute, Wow", sagte Mars bei der Annahme seiner letzten von insgesamt sechs Auszeichnungen. 

Bruno Mars erhält den Grammy für das Album des Jahres. © Christopher Polk/Getty Images

Die Recording Academy setzte mit ihrem Nominierungen und Entscheidungen vor allem auf Rap und R&B, die von schwarzen Künstlern oder Musikern lateinamerikanischer Abstammung entwickelt wurden. Allein in der ersten Stunde der Musikgala gewann US-Rapper Kendrick Lamar fünf Auszeichnungen, unter anderem in den Kategorien Bestes Rap-Album (DAMN.) und Beste Rap-Gesangs-Performance (Loyalty), gemeinsam mit Rihanna. Lamar war es auch, der die Zeremonie mit einer Performance eröffnet hatte – und für einen der vielen politischen Momente auf der Bühne sorgte. "Jay for president", sagte er mit Bezug auf die Kritik des Rappers Jay-Z in einem CNN-Interview, in denen dieser die mutmaßlich abwertenden Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über Haiti und afrikanische Staaten als enttäuschend und verletzend bezeichnet hatte.

Weiße Rose als Zeichen des Protests

Während der dreieinhalbstündigen, von James Corden moderierten Gala, in der unter anderem auch Elton John, Pink und Rihanna auf die Bühne traten, hatte auch die unterlegene demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton einen Auftritt. Neben Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg las sie in einem vorab aufgezeichneten Sketch aus dem Trump-Enthüllungsbuch Fire and Fury vor. Ein weiteres Statement gegen den US-Präsidenten und seine Äußerung über sogenannte "Drecksloch"-Länder leistete sich Logic, nachdem er 1-800-273-8255 gerappt hatte: "An all die wunderschönen, mit Kultur, Vielfalt und Tausenden Jahren Geschichte gefüllten Länder, ihr seid keine Dreckslöcher."

Auch der Kampf gegen sexuelle Übergriffe und männliche Dominanz, der von einer Reihe prominenter Schauspielerinnen und Aktivistinnen unter dem Motto #TimesUp  gestartet worden war, war präsent in New York, wo die Gala erstmals seit 15 Jahren wieder stattfand. Mehrere Musiker trugen zur Gala eine weiße Rose am Revers oder in der Hand als Zeichen ihrer Solidarität mit den Opfern sexueller Übergriffe. "Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um", sagte Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe.