Der Sänger Michael Schulte tritt für Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Lissabon an. In der Fernsehsendung Unser Lied für Lissabon in der ARD hat sich Schulte gegen fünf Konkurrenten klar durchgesetzt. Er nehme die Wahl an, sagte der 27-Jährige aus Buxtehude. Zum ESC-Finale wird er sein Lied You let me walk alone singen – es ist seinem verstorbenen Vater gewidmet.

Nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands im vergangenen Jahr hatte die ARD das Konzept des Vorentscheids überarbeitet. Damals hatte Deutschland den vorletzten Platz belegt, 2016 den letzten. In diesem Jahr durften die Zuschauer, eine Jury und ein "Panel aus ESC-Experten" gemeinsam über den deutschen Beitrag entscheiden. Schulte gewann in allen drei Kategorien.

Man wolle "die untere Tabellenhälfte wieder verlassen, um oben mitzumischen" sagte Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis, die gemeinsam mit dem Moderator Elton den Vorentscheid moderierte. Gegen Schulte traten die Künstler Xavier Darcy, Ivy Quainoo, Ryk und Natia Todua an. Die Volksmusikgruppe VoXXclub bewarb sich mit dem bayerischen I mog di so. Damit waren unterschiedliche Musikstile vertreten, von Volksmusik bis Pop. 

Das ESC-Finale findet am 12. Mai in Portugal statt. Das Land hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal den Eurovision Song Contest gewonnen. Sänger Salvador Sobral landete mit seinem Lied Amar pelos dois beim Finale in Kiew mit 758 Punkten deutlich vor den Kandidaten aus Bulgarien und Moldau auf dem ersten Platz.

Mit einer von seiner Schwester geschriebenen Jazzballade gewann der Portugiese die Wertungen von Jury und Zuschauern. Nach seinem Sieg plädierte er dafür, wieder "Musik, die etwas bedeutet" anstelle von oberflächlicher Musik in den Vordergrund des Wettbewerbs zu stellen.