Larry Harvey, Mitbegründer des Burning-Man-Festivals, ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 70 Jahren in seinem Haus in San Francisco, wie die Veranstalter des Festivals mitteilten. Harvey hatte Anfang April einen schweren Schlaganfall erlitten.

"Larry war ein Visionär, ein Vordenker, ein Philosoph und ein leidenschaftlicher Fürsprecher für die Kultur und die Prinzipien", schreiben die Veranstalter auf der Webseite des Festivals. "Die Welt hat einen großartigen Menschen verloren."

Harvey hatte zusammen mit einigen Freunden 1986 an einem Strand in San Francisco eine riesige Holzfigur verbrannt. "Ich rief einen Freund an und sagte: 'Lass uns an den Strand gehen und einen Mann niederbrennen'", erzählte Harvey der Webseite Green Living 2007 in einem Interview. "Und er sagte: 'Kannst du das nochmal sagen?' Und ich tat es, wir taten es."

Am Ende jedes Festivals wird eine Holzfigur verbrannt

Daraus entwickelte sich das alternative Burning-Man-Festival, das seit 1990 in der Black-Rock-Wüste von Nevada stattfindet, weil der Baker Beach zu klein wurde. Inzwischen kommen jedes Jahr zehntausende Menschen zu dem Festival, errichten eine Stadt und besuchen Kunstaktionen und Konzerte. Am Ende des einwöchigen Festivals wird jedes Mal eine riesige Holzfigur verbrannt.

1996 zerstritt sich Harvey mit seinem Freund John Law, mit dem er gemeinsam das Festival gegründet hatte. Law wollte mit einer Klage erreichen, dass die Marke Burning Man zum Gemeingut erklärt wird. Law und Harvey einigten sich schließlich außergerichtlich und Harvey behielt die Kontrolle über das Festival.

"Was mein Leben echt verändert hat und gewissermaßen die Geburt meines restlichen Lebens und meiner Karriere bewirkte, war, dass auf einmal all diese fremden Leute am Strand auf diese Figur zurannten", sagte Harvey 2007 in dem Interview.