Der US-Jazzpianist Cecil Taylor ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Taylor gilt als Erfinder des Free Jazz und arbeitete mit Größen wie Archie Shepp und John Coltrane zusammen. Er verband Elemente der E-Musik, des Modern Jazz und afrikanischer Musik zu einem neuen Stil.

Taylor war bekannt für seine energetische, körperbetonte Spielweise und komplexe Improvisationen. Er wurde 1929 in New York geboren und erhielt den ersten Klavierunterricht von seiner Mutter. Bereits mit acht Jahren spielte er Werke von Bach und beschäftigte sich später mit Béla Bartók und Billie Holiday. Nachdem er Anfang der Fünfzigerjahre begann, in einigen Swingbands zu spielen, gründete er 1956 zusammen mit dem Sopransaxofonisten Steve Lacy, dem Bassisten Buell Neidlinger und dem Schlagzeuger Dennis Charles sein eigenes Quartett. Bereits sein erstes Album Jazz Advance galt als innovativ, allerdings konnte Taylor anfangs nicht von der Musik leben und musste als Tellerwäscher arbeiten.

In späteren Jahren spielte er in kleineren Besetzungen und hatte auch Soloauftritte. Zudem unterrichtete er an amerikanischen Hochschulen. In den Jahren 1988 und 1989 spielte er in Berlin Konzerte mit Derek Bailey, Evan Parker, Peter Kowald, Han Bennink und Tristan Honsinger.

Cecil Taylor wollte mit konventionellen Instrumenten alle Konventionen überwinden. In der Serie Klassiker der Moderne schrieb die ZEIT 2007 über ihn: "Scharenweise haben Zuschauer Taylors Konzerte verlassen; ihn ließ das immer kalt. Er spiele nicht für jene, die gingen. Er spiele für jene, die blieben."