Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang haben die Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees zu einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau angenommen. Dies sagte der geschäftsführende Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, ZEIT ONLINE und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. Wie Heubner weiter ausführte, soll dieser Besuch "keine Eventveranstaltung und keine Show werden, sondern eine Konfrontation mit der Realität und der Geschichte dieses Ortes".

Angedacht ist "Anfang Juni"

Wie Heubner ZEIT ONLINE sagte, steht noch kein exaktes Datum für den Besuch fest. Die Bild hatte berichtet, dass der Besuch am 3. Juni stattfinden soll. Heubner sagte, derzeit sei Anfang Juni angedacht, die genauen Modalitäten würden aber noch abgestimmt. Auch ob die Presse bei diesem Besuch zugelassen werden soll, sei noch nicht entschieden.

Anfang April wurden die Deutsch-Rapper Kollegah und Farid Bang für ihr Album Jung, brutal, gutaussehend 3 trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet. Besonders kritisiert wurde Liedzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm an mit dem Molotow".

Dabei sorgten nicht nur derartige Aussagen für Empörung, sondern auch die Verleihung an sich. Aus Protest gaben mehrere Musiker wie Klaus Voormann und Marius Müller-Westernhagen sowie der Pianist Igor Levit und die beiden Dirigenten Daniel Barenboim und Christian Thielemann ihre Echo-Preise zurück. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen die beiden Rapper aufgenommen. Zuvor hatte die ebenfalls in die Kritik geratene Bertelsmann Music Group (BMG) angekündigt, die Zusammenarbeit mit ihren beiden Künstlern zu beenden.

Inzwischen gab der Bundesverband Musikindustrie das Ende des Echos bekannt. Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass "ein vollständiger Neuanfang" notwendig sei, erklärte der Verband. Er will eine neue Auszeichnung schaffen.

Zuvor war er jährlich verliehen worden und galt als der wichtigste deutsche Musikpreis. In den meisten Kategorien richtete sich die Verleihung nach dem Ergebnis der Verkäufe und einer darauffolgenden Juryabstimmung. In strittigen Fällen wurde ein Beirat angerufen. Im Fall des Rap-Albums hieß es vor der Verleihung, die künstlerische Freiheit sei in dem Text "nicht so wesentlich übertreten", dass ein Ausschluss gerechtfertigt wäre.