Seine Methoden waren hart, ob als Musikmanager oder privat, am Ende starb er im Kreis von Familienmitgliedern: Joe Jackson, der Vater des legendären US-Popstars Michael Jackson, ist im Alter von 89 Jahren den Folgen einer Krebserkrankung erlegen. Vergangene Woche war er in ein Krankenhaus eingeliefert worden, seinen Tod in der Nacht zu Mittwoch bestätigte nun der Nachlassverwalter des Michael Jackson Estate.

Der Website TMZ zufolge waren seine Frau Katherine (88) und einige seiner Kinder und Enkel in den vergangenen Tagen bei ihm. Laut Berichten kämpfte Jackson bereits seit einiger Zeit gegen den Krebs. Seine Ärzte hatten ihm demnach kürzlich erklärt, dass er nicht mehr lange zu leben habe. Seit er 2015 drei Herzinfarkte erlitten hatte, trug Jackson einen Herzschrittmacher.

Erst vor zwei Tagen hatte Jackson angedeutet, dass sein Tod bevorstand: "Ich habe mehr Sonnenuntergänge gesehen, als mir zu sehen verbleiben", schrieb er auf Twitter. "Die Sonne geht auf, wenn es an der Zeit ist, und – ob es dir gefällt oder nicht – die Sonne geht unter, wenn es an der Zeit ist."

Joe Jackson war vor allem als erster Manager seines Sohnes Michael sowie der Jackson 5 bekannt, die aus fünf seiner Söhne bestand. Die junge Band hatte in den Siebzigerjahren beim Label Motown noch vor Größen wie Marvin Gaye und Stevie Wonder einen Hit nach dem anderen, darunter I Want You Back, ABC und I'll Be There. Jackson war Vater von insgesamt zehn Kindern, Sohn Brandon Jackson starb kurz nach der Geburt. Michael Jackson starb 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Medikamentenüberdosis.

"Ich bin froh, dass ich hart war"

Der aus einer Kleinstadt in Arkansas stammende Jackson-Patriarch führte zeitweise die Geschäfte seines Sohnes Michael, der sich vom Vater aber bald unabhängig machte. Seine Hochphase als weltberühmter "King of Pop" in den Achtziger- und Neunzigerjahren steuerte Michael Jackson dagegen unter anderem mit Manager Frank DiLeo. Michael Jackson half auch seiner Schwester Janet, die 1982 ihr erstes Album veröffentlichte, beim Start ihrer musikalischen Laufbahn.

In Interviews hatte Michael Jackson berichtet, wie er in Angst und Schrecken vor seinem Vater aufwuchs, der ihn regelmäßig mit dem Gürtel geschlagen hatte. Im Gespräch mit der Talkmoderatorin Oprah Winfrey brach der Popstar 1993 in Tränen aus, als er von den Züchtigungen durch seinen Vater erzählte. Er schloss Joe Jackson schließlich von seinem Testament aus.

Der Patriarch rechtfertigte in eigenen Interviews seine rigorosen Erziehungsmethoden. Damit habe er seine Kinder "aus dem Gefängnis" und auf der richtigen Spur gehalten, sagte er zu Oprah Winfrey. "Ich bin froh, dass ich hart war", sagte er 2013 mit Blick auf den Erfolg innerhalb der Familie. "Ich habe Kinder hervorgebracht, die Menschen rund um die Welt lieben. Und sie haben alle gut behandelt."