Die UN-Kulturorganisation Unesco hat den jamaikanischen Reggae auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Die Unesco-Kommission würdigte bei ihrer Tagung in Port Louis in Mauritius den Beitrag dieser Musik zum internationalen Bewusstsein "über Fragen der Ungerechtigkeit, des Widerstandes, der Liebe und Menschlichkeit".

Jamaika hatte seine Bewerbung damit begründet, die durch Künstler wie Bob Marley geprägte Musik spiele eine "Schlüsselrolle" im Leben "der gesamten jamaikanischen Gesellschaft" und insbesondere bei der Gemeinschaft der Rastafari. Reggae sei ein "kreativer Ausdruck ihrer Glaubensrichtungen, ihrer Hoffnungen und Ziele", argumentierte der karibische Inselstaat.

Am Mittwoch hatte die Unesco-Kommission das bei der Herstellung von Trachten eingesetzte Handwerk des Blaudrucks auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Deutschland hatte das Färbeverfahren gemeinsam mit Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn vorgeschlagen.

Die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes enthält bereits mehr als 400 Titel aus Bereichen wie Tanz, Theater, Musik und Handwerk. Anders als bei der Welterbeliste der Unesco für Kultur- und Naturstätten geht es um traditionelles Wissen, das von Gemeinschaften in aller Welt weitergegeben wird. Über Neuzugänge berät die Unesco-Kommission noch bis Samstag.