Die britische Komponistin Rebecca Saunders erhält den internationalen Ernst von Siemens Musikpreis 2019. Saunders' Klangsprache sei beispiellos und werde bedeutende Spuren in der gegenwärtigen Musikgeschichte hinterlassen, begründete die Ernst von Siemens Musikstiftung ihre Entscheidung. Der hochdotierte Preis soll ihr am 7. Juni bei einem Festakt im Münchener Prinzregententheater verliehen werden.

Saunders stammt aus London und lebt in Berlin. "Stille ist wie die Leinwand hinter dem Klang", sagte Saunders einmal. Ihre Arbeit sei der Versuch, Klänge aus einer Oberfläche scheinbarer Stille zu lösen und zu formen. Inspirieren lässt sich die 51-Jährige unter anderem durch die Literatur von Samuel Beckett.

Saunders studierte ab 1991 Komposition bei Wolfgang Rihm an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. 1997 promovierte sie im Fach Komposition bei Nigel Osborne. Mittlerweile hat sie mehr als 60 Werke geschaffen, darunter chroma I-XX, Yes, Void und Still, sowie ihr Bühnenwerk Insideout, eine choreografierte Installation mit der Choreografin Sasha Waltz. Saunders ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste, der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden und Professorin für Komposition in Hannover.

Mit dem Ernst von Siemens Musikpreis werden seit 1973 besondere Leistungen von Musikerinnen und Musikern geehrt. Saunders erhält für ihren Hauptpreis 250.000 Euro. Außerdem werden auch junge Komponistinnen und Komponisten ausgezeichnet.