Musikpreis - Childish Gambino gewinnt vier Grammys Der Rapper Childish Gambino hat unter anderem in den Katgeorien »Bester Song« und »Beste Aufnahme« gewonnen. Auch die Countrysängerin Kacey Musgraves gewann vier Preise. © Foto: Screenshot Youtube/Vevo

Der Musiker Childish Gambino gilt als großer Gewinner der diesjährigen Grammy-Verleihung. Er wurde als erster Rapper für die Beste Aufnahme und zugleich für den Besten Song geehrt. Die beiden Hauptpreise bekam er – teils zusammen mit dem Produzenten Ludwig Göransson sowie dem Tontechniker – für seinen sozialkritischen Song This Is America. Damit setzte er sich bei der Gala in Los Angeles unter anderem gegen Drake mit God's Plan sowie Kendrick Lamar und SZA mit All The Stars durch.

This Is America gewann auch den Preis für das Beste Video des Jahres, das zu einer größeren Debatte geführt hatte. Gambino, der mit bürgerlichem Namen Donald Glover heißt, tanzt darin mit nacktem Oberkörper, während um ihn herum Gewalt und Chaos ausbrechen. Der Musikclip steckt voller Anspielungen auf den Rassismus und die Waffengewalt in den USA.

Für das Beste Album des Jahres wurde die Countrysängerin Kacey Musgraves ausgezeichnet. Die 30-Jährige setzte sich bei der Preisverleihung in Los Angeles mit Golden Hour gegen Konkurrenten wie die Rapper Drake, Kendrick Lamar und Cardi B sowie die R-'n-'B-Sängerin Janelle Monáe durch. Musgraves überzeugte die Mehrheit der abstimmungsberechtigten Grammy-Mitglieder mit der Verbindung aus Country und Elementen der psychedelischen Musik. So wie Gambino gewann auch sie insgesamt vier Preise.

Auch die Preise in anderen wichtigen Kategorien gingen Frauen: Die Auszeichnung für das beste Rap-Album ging an Cardi B, die damit als erste Solokünstlerin derart ausgezeichnet wurde. Als Beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa (New Rules) ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass dieses Jahr viele großartige Künstlerinnen für Preise in den insgesamt 84 Kategorien nominiert worden seien. "Offenbar haben wir uns richtig gesteigert", sagte Dua Lipa.

Damit spielte sie auf Äußerungen von Neil Portnow an, den scheidenden Präsidenten der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich "steigern", wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten. Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Maßnahmen an, um "eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile" gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen.

Die Zuschauer der von Sängerin Alicia Keys moderierten Gala erlebten Auftritte von Lady Gaga, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. Besonders gefeiert wurden Soulsängerin Diana Ross und Countrymusikerin Dolly Parton. Die 73-Jährige sang mehrere ihrer Hits in Duetten mit Katy Perry, Musgraves und Miley Cyrus. Gleich zu Beginn der Veranstaltung war die frühere First Lady Michelle Obama als Überraschungsgast auf die Bühne gekommen.