Die Berliner Staatsoper Unter den Linden plant weiter langfristig mit Dirigent Daniel Barenboim als Generalmusikdirektor. Sein derzeit bis 31. Juli 2022 laufender Vertrag wird um weitere fünf Jahre bis 2027 verlängert, teilten Barenboim und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit. Der 76-jährige Barenboim steht seit 1992 an der Spitze der Staatsoper. Das Opernorchester, die Staatskapelle Berlin, hatte ihn bereits zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt.

Barenboim hatte immer wieder den Wunsch geäußert, an der Staatsoper zu bleiben, vorausgesetzt seine Gesundheit lasse es zu und die Musiker wollten es so. Jüngst hatte Barenboim gesagt, die Ärzte hätten ihm eine gute Gesundheit bescheinigt. Der Orchestervorstand teilte mit, die Staatskapelle freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Barenboim.

Kultursenator Lederer kündigte die Verlängerung drei Monate nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen ehemaliger Mitglieder der Staatskapelle gegen Barenboim an. In Interviews hatten sie dem Dirigenten einen autokratischen Führungsstil und Schikanen vorgeworfen. Barenboim hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, der Zeitpunkt für die Veröffentlichung sei nicht zufällig gewählt und stehe in Zusammenhang mit den Vertragsverhandlungen.

Der argentinisch-israelische Musiker gilt als einer der bekanntesten Klassikkünstler weltweit. Nach Stationen in London, Paris und Chicago hatte er nach dem Mauerfall 1992 die Leitung der Staatsoper übernommen. Barenboim sagte nach seiner Vertragsverlängerung, er freue sich sehr über die Fortsetzung der Zusammenarbeit.