Zeit seines Lebens hat sich der Musiker Johnny Clegg über Grenzen hinweggesetzt. Er sang in verschiedenen Sprachen, spielte Lieder in verschiedenen Genres – und trat in der Ära der Apartheid mit schwarzen Musikern auf. Im Alter von 66 ist der in Südafrika lebende Künstler gestorben. Nach Angaben des Konzertveranstalters Real Concerts erlag Clegg seiner Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Cleggs langjähriger Manager Roddy Quin würdigte den Künstler in einer Stellungnahme: "Johnny hinterlässt tiefe Spuren in den Herzen aller, die sich als Afrikaner betrachten. Mit seinem einzigartigen Musikstil überwand er kulturelle Grenzen wie kaum ein anderer." Dem Druck der Apartheidregeln habe er sich nie gebeugt, sagte Quin.

Clegg kam 1953 im britischen Rochdale zur Welt. Nach der Scheidung seiner Eltern zog Clegg mit seiner Mutter nach Simbabwe und später nach Südafrika. Er studierte Ethnologie und lehrte an der Universität von Witwatersrand, gab diese Tätigkeit 1982 aber der Musik zuliebe auf.

Ein Lied über Nelson Mandela wurde zum großen Erfolg

Das Album Scatterlings seiner Band Juluka fand internationale Beachtung. Das Lied Scatterlings of Africa kam in die britschen Charts und ist auch im Soundtrack des Films Rain Man von 1988 zu hören. Zu Cleggs größten Erfolgen zählt der Song Asimbonanga, den er mit seiner späteren Band Savuka aufnahm. Auf Englisch übersetzt bedeutet dieser Titel "Wir haben ihn noch nie gesehen". Gewidmet ist das Lied dem Antiapartheid-Kämpfer und späteren Präsidenten Südafrikas Nelson Mandela. 1988, als Asimbonanga erschien, saß Mandela im Gefängnis. Es war verboten, Bilder des Freiheitskämpfers zu verbreiten.

Für seine Musik ließ sich Clegg von der Sprache der Zulu und Melodien aus den südafrikanischen Townships beeinflussen. 2011 wurde Clegg in den Order of the British Empire aufgenommen. Seine größte Ehrung war jedoch vielleicht sein Spitzname: In Anlehnung an die südafrikanische Volksgruppe wurde der Musiker auch "Der weiße Zulu" genannt.