Nach den Vorwürfen mehrerer Frauen gegen ihn wegen sexueller Belästigung hat Plácido Domingo die Oper in Los Angeles verlassen. Er trete von seinem Posten als Leiter der Oper zurück und sage alle geplanten Auftritte ab, hieß es in einer Mitteilung des 78-jährigen Spaniers, die unter anderem der Los Angeles Times und der New York Times vorlagen. Er tue dies mit "schwerem Herzen", aber angesichts der jüngsten Anschuldigungen gegen ihn sei dieser Schritt "im besten Interesse" für das Opernhaus.

Erst vorige Woche hatte Domingo kurz vor einem geplanten Auftritt die New Yorker Metropolitan Opera verlassen. Er habe bei der Opernleitung um Entbindung von seinen Pflichten gebeten und werde nicht mehr an der Met auftreten, gab der Opernstar bekannt.

Zuvor hatten mehrere Sängerinnen Domingo – im Zuge der #MeToo-Bewegung gegen sexistisches und sexuell übergriffiges Verhalten einflussreicher Männer – teils Jahrzehnte zurückliegende Übergriffe vorgeworfen. Nach einer ersten Berichterstattung der Nachrichtenagentur AP Mitte August hatte der spanische Sänger die Vorwürfe sexueller Übergriffe zurückgewiesen.

Die Oper von Los Angeles dankte Domingo, der das Haus seit 2003 geleitet hatte, und würdigte seinen "beispiellosen und tiefen" Beitrag zum kulturellen Leben der US-Metropole.