Mit einem Festakt in der Bonner Oper ist am Montagabend das Beethoven-Jubiläum 2020 eröffnet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte dabei die zeitlose Kraft, die das Werk des 1770 in Bonn geborenen Komponisten habe. "Bis heute berührt, bewegt, begeistert und verbindet seine Musik Menschen über alle Grenzen hinweg", sagte sie. Es falle nicht schwer, ihn als "weltweit verehrten Megastar" gedanklich in die heutige Zeit zu holen. Das Beethoven-Jahr dauert bis zum 17. Dezember 2020, dem 250. Geburtstag des Komponisten. Im Opernhaus wurde zu Beginn des Jubiläumsjahrs die Ouvertüre aus der Oper Fidelio aufgeführt.

Das Jubiläum wird deutschlandweit gefeiert, die Kosten dafür betragen 42 Millionen Euro. Sie werden vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Region Bonn übernommen. Knapp 3,8 Millionen davon kostete die Renovierung des Museums im Geburtshaus Beethovens in der Innenstadt, das von Grütters vor dem Festakt in der Oper eröffnet worden ist. 

Dabei würdigte die Staatsministerin "die Aura des Authentischen", die es ermögliche, Ludwig van Beethoven näher zu kommen. Das Haus verfügt über die weltweit größte Beethoven-Sammlung. Gezeigt werden Instrumente, Briefe, Notenblätter, Bilder und andere Gegenstände aus seinem Leben. Erstmals können nach der Renovierung originale Handschriften ausgestellt werden, zuvor war dies aus konservatorischen Gründen nicht möglich. Mit mehr als 100.000 Besuchern pro Jahr zählt es zu den meistbesuchten Komponisten-Museen der Welt, etwa 60 Prozent von ihnen kommen aus dem Ausland.

Tausende Kulturveranstaltungen im ganzen Land geplant

Das Programm des Beethoven-Jahrs eröffne unterschiedliche Wege der Annäherung, sagte Grütters: "Auch für jene, die beim Wort 'Megastar' eher an Beyoncé als an Beethoven denken." Das Festjahr sei eine Einladung zum Zuhören. Damit solle es sich abheben von früheren Beethoven-Jubiläen, die das Vermächtnis des Komponisten für politische Zwecke instrumentalisiert hätten, etwa für den deutschen Nationalismus im 19. Jahrhundert, für Durchhalteparolen zu Kriegszeiten oder für die Überhöhung der deutschen Kultur in der Zeit des Nationalsozialismus.

Leitthemen des Jahresprogramms sind verschiedene Aspekte von Beethovens Werk und Persönlichkeit, etwa als "Bonner Weltbürger", "Tonkünstler", "Humanist", "Visionär" und "Naturfreund". Insgesamt sind rund tausend Konzerte, Opernaufführungen, Performances, Ausstellungen und Konferenzen geplant. Auch Vernissagen, Workshops und ein dreiwöchiges Festival in Bonn sollen dazugehören. Am Dienstagabend sind im Berliner Schloss Bellevue ein zweiter Eröffnungsfestakt sowie ein Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen geplant, Festredner ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.