Die irische Sängerin Sinéad O'Connor ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Das berichtete die Zeitung The Irish Times und der irische öffentlich-rechtliche Sender RTE mit Verweis auf O'Connors Familie. "Wir sind sehr traurig, dass wir den Tod unserer geliebten Sinéad bekannt geben müssen", zitierte RTE eine Mitteilung ihrer Familie. Darin hieß es weiter, ihre Familie und Freunde seien "am Boden zerstört" und bäten "in dieser schweren Zeit um Privatsphäre".
O'Connor erzielte ihren Durchbruch 1990 mit ihrer Bearbeitung des Songs Nothing Compares 2 U des US-amerikanischen Sängers Prince, das Lied galt als größter Hit des Jahres. Ihr Debütalbum The Lion and the Cobra veröffentlichte sie drei Jahre zuvor, das letzte ihrer zehn Alben I'm Not Bossy, I'm the Boss erschien 2014.
"Ihr Talent war unerreicht und jenseits des Vergleichs"
O'Connor war auch durch auffällige öffentliche Aktionen bekannt. 1991 lehnte sie einen Grammy ab, 1992 zerriss sie in der Show Saturday Night Live ein Foto des damaligen Papstes Johannes Paul II. Die Protestaktion begründete sie mit dem sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.
1999 ließ sie sich von einer Abspaltung der Kirche zur Priesterin weihen. 2017 änderte sie ihren Namen in Magda Davitt und 2018, nach einem Übertritt zum Islam, in Shuhada' Sadaqt. Auftritte absolvierte sie allerdings unter ihrem alten Namen. 2021 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Rememberings, in der sie sich als "Protestsängerin" beschrieb, die nicht an Ruhm interessiert gewesen sei.
Der irische Premierminister Leo Varadkar kondolierte den Angehörigen der Sängerin und "allen, die ihre Musik liebten", auf Twitter. "Ihre Musik wurde rund um die Welt geliebt und ihr Talent war unerreicht und jenseits des Vergleichs", schrieb Varadkar. "Zur Rechten Gottes ruhe ihre Seele", ergänzte er auf irisch.
Den irischen Vizeregierungschef Micheál Martin zitierte die Irish Times mit den Worten, O'Connor sei "eine unserer größten musikalischen Idole" gewesen. Der Direktor der irischen Vertretung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Colm O'Gorman, sagte demnach, es sei "schwer, von einer Künstlerin zu denken, die den sozialen und kulturellen Einfluss Sinéads hatte. Was für ein Verlust."
O'Connor hinterlässt drei Kinder. Ihr Sohn Shane war im vergangenen Jahr im Alter von 17 Jahren gestorben.