Sommerferien. Rom sollte es also sein. Rom. Ganz bequem mit dem Nachtzug. Schlafwagen. Die Fahrt würde ich schon überstehen. Beim Busfahren wird mir speiübel, in der Bahn nie. Dachte ich.

Also Nachtzug. Gepäck rein. Ticket zeigen. Schlafabteil zugewiesen. Und "Ohhhhh!" welch Weite... - es ist keine vorhanden. Für drei Personen ist ein Schlafabteil so konzipiert, dass immerhin eine wohlpropotierierte Person stehen kann. Keine drei. Geschweige denn eine Möglichkeit zum Umdrehen. Nun gut.

Schließlich fahren wir nach Rom. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft uns in die hochklappbaren Betten zu zwängen. Immerhin 70 cm Platz für jeden. Reicht, denke ich. Reicht nicht, weiss ich nach dieser Nacht. Es reicht in sofern nicht, als dass man nach obenhin nur ca. 50 cm Platz hat.

Und dann das: Die italienischen Gleise sind nicht auf dem neuesten Stand. Sprich: Es wackelt. Es wackelt noch mehr als beim Busfahren. Es wird einem noch übler als beim Busfahren. Will das was heißen!? Oh ja. Ich liege in meinem Bett. Kann mich nicht aufrichten. Geschweige denn aufstehen. Unmöglich, wenn man ganz oben liegt. Zudem geht die Heizung nicht mehr aus. Warm eingepackt (sie ging zuvor lange Zeit nicht an, die Heizung) schwitze ich, mir ist schlecht, ich will nicht mehr nach Rom. Nicht mehr mit dem Schlafwagen. Die Nacht geht dann doch noch vorbei.

Frühstück fällt aus. Vielleicht wäre noch erwähnenswert, dass der Zug gegen Mitternacht drei Stunden Verspätung hat und diese bis morgens um sieben Uhr wieder aufgeholt hat... Nie wieder Rom mit dem Schlafwagen. Nur noch Rom alleine.

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Fußnote:
Wir haben die Deutsche Bahn AG gebeten, zu dem ausgewählten Leser-Beitrag der Woche jeweils kurz Stellung zu nehmen. Leider hat die Pressestelle der Bahn dies abgelehnt.