Sonntag, 15.12.2002 — Von Kellmünz nach Freising

Am Bahnhof eine Überraschung: Ab sofort ist der Schalter täglich von 5 Uhr 30 bis 18 Uhr geöffnet. Leider kann der Schalterbeamte Fahrkarten nur in einem Radius von 100 (!) km verkaufen, begleitet mich dafür aber persönlich zum Automaten. Es ist eines jener Modelle, wo Dutzende von Zielbahnhöfen mit zugehöriger Kennziffer aufgelistet sind. Freising ist leider nicht dabei. Ich kaufe eine Karte bis München Hauptbahnhof zum Preis von 9,10 EUR (mit "alter" Bahncard). "Die Karte für die restliche Strecke können Sie im Zug nachlösen".

Abfahrt in Kellmünz nur ca. 5 Minuten verspätet und sofort der Versuch, den Differenzbetrag zu zahlen. Leider streikt der tragbare Computer des Zugbegleiters. Er kann mir die Auskunft geben, dass ich noch 2,40 EUR zu zahlen habe, aber keine Karte ausdrucken. "Das macht mein Kollege im nächsten Zug".

Im Zug Memmingen-Buchloe gibt es keinen Zugbegleiter, der Erwerb der Fahrkarte wird verschoben.

Der Zugbegleiter im Zug Buchloe-München wirkt zuerst unwillig und will mich an die Automaten des Öffentlichen Nahverkehrs im Münchner Hauptbahnhof verweisen. Da innerhalb des MVV die Bahncard nicht gültig ist, müsste ich für die noch fehlende Strecke mehr als doppelt so viel zahlen, nämlich 6,00 EUR. Endlich versucht er, mir eine Fahrkarte auszudrucken. Nachdem sein Computer das dritte Mal den Druck abgebrochen hat, gibt er mir den Rat, die Karte im Bahnhof zu erwerben.

Im Bahnhof reihe ich mich in eine Warteschlange vor den Schaltern ein. Knapp 15 Minuten später schildere ich zum vierten Mal mein Problem. Kommentar: "Der Vertrag mit der Deutschen Bahn ist erfüllt". Für die Strecke München – Freising müsse ich eine MVV-Karte kaufen, Dass ich mitnichten gewillt war, einen Vertrag "Kellmünz – München" abzuschließen, interessierte nicht.

Im Zug sitzend warte ich ab, was passieren wird. Und siehe da: der Zugbegleiter zaubert aus seinem Computer eine Karte, ich zahle 2,40 EUR.