Man ist in diesem Fall ein altes Paar von 78 und 83 Jahren. Besagtes Paar besuchte innerhalb von drei Tagen eine offizielle Veranstaltung, ein Geburtstagsfest und eine Beerdigung, was erklärt, dass die Reise nicht allein mit Schlafanzug und Zahnbürste unternommen werden konnte.

Bereits die Bestellung der Fahrkarte (Fahrtroute: Freiburg - Köln - Düren - Dortmund - Mülheim/Ruhr - Freiburg) machte wegen der neuen Tarife mehrere ausführliche Konferenzen mit dem Reisebüro erforderlich.

12. Jan.: 9:56 ICE nach Köln (durchgehend, versteht sich). Kurz vor Karlsruhe: "Eine Durchsage, wir bitten wegen technischer Schwierigkeiten alle Reisenden der Wagen.... in Karlsruhe auszusteigen und im vorderen Wagenteil Platz zu nehmen!

Kurz vor Frankfurt/Flughafen: "Eine Durchsage, wir bitten wegen weiterer technischer Probleme sämtliche Reisenden in Frankfurt/Flughafen den Zug zu verlassen. Sie werden dort in 10 bis 15 Minuten einen anderen ICE erreichen." Anschließend fruchtlose Überlegungen, warum man das Geld für eine Platzreservierung bezahlt hat.

Das alte Paar besitzt kein Handy, aber eine internationale Telefonkarte. Da beide Hörgeräteträger sind, gestaltet sich die Benachrichtigung der abholenden Tochter über die inzwischen eingetretene deutliche Verspätung sehr schwierig, gelingt aber schlussendlich mit Hilfe des Handys einer Zugbegleiterin. Etliche Wege durch den schwankenden Zug sind dazu erforderlich.

Am folgenden Tag Weiterfahrt mit dem durchgehenden RE Düren - Dortmund ohne Verspätung, aber nicht ohne Schwierigkeiten: Bis auf ein WC im letzten Wagen sind sämtliche WC's im Zug außer Funktion. Wiederholung dieses Zustands am nächsten Vormittag im RE von Dortmund nach Mülheim/Ruhr, der etwa 10 Minuten verspätet in Dortmund einläuft. In Mülheim funktioniert weder der Aufzug noch die Rolltreppe. Hilfsbereite Jüngere nehmen sich bei Ankunft und Abfahrt der ziemlich hilflos dastehenden Alten an.

Die Rückfahrt von Köln am 14. Januar hätte zwei Stunden eher als vorgesehen erfolgen können, damit wäre aber die verbilligte Fahrkarte verfallen. Freundlicher Rat des Auskunftsbeamten: "Für das Geld gehen Sie lieber mal gut essen." So wird das Gepäck der neuinstallierten Schließanlage auf dem Bahnhof anvertraut. An dieser ist gerade ein Monteur beschäftigt. Auf die angstvolle Frage, ob man denn nach den bisherigen Erfahrungen gewiss sein könne, in zwei Stunden sein Gepäck wieder zu erhalten, kommt die tröstliche Antwort: "Aber bestimmt, wir sind eine Fremdfirma, wir sind nicht von der Bahn!"