Endlich hatten er und seine deutsche Frau den Kampf mit der Bürokratie hinter sich - noch beim letzten Gang auf die Behörde drohte das Vorhaben zu platzen -, doch nun hielt der Kongolese seinen deutschen Pass in den Händen. Er rannte über ein Weizenfeld und rief laut: "Ich - bin - ein - Deutscher!"

Er studierte, gründete nach seinem Diplom eine Firma und arbeitete ein Konzept für ein Import-Export-Geschäft aus. Damit sprach er bei der Handelskammer in Hamburg vor. Der Beamte hatte die Unterlagen bereits gelesen und sagte: "Kann gut sein, dass Sie keine Chance damit haben. Dann müssen Sie sich was anderes überlegen." Er betrachtete sein Gegenüber und fügte dann hinzu: "Trommeln zum Beispiel." Inzwischen weiß der Deutsch-Kongolese, wie wenig ihm der ersehnte Pass nützt, um sich zu integrieren und arbeiten zu können.

Deutschland ist ein Einwanderungsland und doch tun sich viele Migranten schwer bei uns. Wie schwer, davon handelt unsere neue Serie. Sie handelt natürlich auch davon, wie leicht es sein kann. Denn es gibt auch erfolgreiche Integration. Sie werden die Geschichte eines israelischen Dirigenten lesen, der in Berlin von einer volkstümlichen Blaskapelle angeheuert wurde. Er nahm das Angebot an und verwandelte die Kapelle in ein anspruchsvolles kleines Blasorchester. Auch die Geschichte einer jungen Tänzerin aus Ramallah, die glücklich ist, in Berlin modernen Tanz studieren zu können, und sich wundert, dass Deutsche ihrer Generation Palästina mit Pakistan verwechseln. Eine Deutsch-Türkin erzählt, wie stolz sie auf ihren türkischen Pass war, bis der Film Gegen die Wand erschien und der Mord an Hatin Sürücü durch die Medien ging. Seitdem fühlt sie sich in ihrer türkischen Ehre gekränkt und oft unangenehm berührt vom Urteil mancher Menschen in Berlin. Sie werden von einem kleinen Jungen türkischer Herkunft lesen, der sich zwischen Moschee und Videospiel hin und her bewegt. Und andere Geschichten.