Wie versprochen: Château La Pointe. Die Basics: Ein Bordeaux, rot. Hierzulande ist der Wein wenig bekannt, doch wer regelmäßig den Hachette liest, einen Weinführer aus Frankreich, dürfte längst neugierig sein: Was ist das für ein Pomerol-Wein aus dem Südwesten der Appellation, der in fast jeder Ausgabe so positiv bewertet wird?

Schlagen wir einmal im Cocks-Féret nach, in der Bordeaux-Bibel, die alle erwähnenswerten Châteaus des Bordelais aufführt. Auch kleinere wie dieses, das auf seinen 22 Hektar rund 8000 Kisten im Jahr produziert. Das Gelände ist geologisch vielfältig, mit viel Sand und Steinen. Zu 75 Prozent ist es mit Merlot bestückt. Der Wein gärt in großen, traditionellen Holzfässern; anschließend reift er in Barriques (rund ein Drittel neu). Nun gut. Hier kommen meine aktuellen Verkostungsnotizen, sie geben vielleicht mehr Aufschluss:

2001 Im Bouquet Kaffee, Geschmack von seidigen Tanninen bestimmt.

2000 Bouquet hat Wildcharakter, der Nachgeschmack ebenfalls. Es war einfach das bessere Jahr. Schön eingebundene Holznote, Blätter, dunkle Waldbeeren, feste und dichte Tanninstruktur, grandiose Entfaltung im Glas.

1999 Eher ein dünner, strenger Vertreter – für diesen Jahrgang aber erstaunlich gut.

1998 Eigentlich ein gutes Jahr, aber dieser Wein ist doch sehr unausgewogen.

1996 Ebenso unbalanciert – oder nur zwischenzeitlich unzugänglich? Ich glaube eher: der wird nicht besser.