ZEIT ONLINE: Frau Poletto, unser Autor Matthias Kalle hält im aktuellen ZEITmagazin ein Plädoyer für die Pizza Margherita, die ursprünglichste und einfachste Pizza. Mögen Sie sie auch?

Cornelia Poletto: Die Pizza Margherita ist für mich Süditalien, Freude und gute Laune. Sie steht für das Pure, für Natürlichkeit. Ich bin ein großer Fan der Einfachheit in der Küche. Einfachheit ist nicht gleich Fastfood oder schnelle fade Küche, ganz im Gegenteil. Deshalb bin ich auch ein großer Fan italienischen Essens. Im Grunde dekonstruieren wir heute in der Hochküche solche einfachen Gerichte und überlegen, wie wir sie anschließend noch spannender auf den Teller bringen.

ZEIT ONLINE: Welches einfache Essen ist Ihr liebstes?


Poletto: Meine Tochter ist ein großer Pastafan, und ich bin es auch. Spaghetti mit Tomatensauce und ein bisschen Parmesan oder Büffelmozarella, ein bisschen Basilikum, mehr brauche ich nicht. Selbst eine Pasta nur mit Butter und Parmesan – grandios!

ZEIT ONLINE: Warum essen viele Leute trotzdem lieber Hamburger?

Poletto: Weil sie in Familien leben, in denen nicht mehr selbst gekocht wird und sie keine Kindheitserinnerungen an gutes Essen haben. Man muss das Glück haben, als Kind mit kochenden Omas groß geworden zu sein.

ZEIT ONLINE: Ein Hamburger ist eigentlich ja auch ein ziemlich einfaches Gericht. Aber dieses klassische Fastfood mögen Sie nicht so?

Poletto: Fastfood ist für mich Frittengeruch, altes Öl, das ist die Küche, die mich träge und müde macht. Fastfood ist sehr fetthaltig, es ist industriell gefertigt, und es enthält Geschmacksverstärker. Wir müssen den Leuten klarmachen, dass es eine einfache, schnelle Küche gibt, die Geschmack hat.

ZEIT ONLINE: In Ihren Kochbüchern – und auch im ZEITmagazin – stellen Sie solche Gerichte vor. Wo, außer in Italien, gibt es noch überzeugende einfache Küche?