Daniel Achilles vom Berliner Restaurant Reinstoff ist der Koch des Jahres – gekürt von den Kritikern des Restaurantführers Gault Millau. Der 37-jährige gebürtige Leipziger, der auch zwei Michelin-Sterne erkocht hat, mache aus einfachen Zutaten ganz große Küche, heißt es in der Begründung.

Zu seinen preisgekrönten Gerichte zählen marinierter Strömling mit Äpfeln, Blüten, Zwiebel und Mini-Smörrebröd oder Ochsenschwanz-Curry mit Linsen und Mango. Von den Kritikern bekam Achilles dafür 18 von 20 möglichen Punkten, das ist einer mehr als letztes Jahr.

Aufsteiger des Jahres ist Jacqueline Amirfallah vom Göttinger Restaurant Gauß, zur Entdeckung des Jahres wurde Tohru Nakamura vom Geisels Werneckhof in München ernannt. Die Kritiker des Gault Millau machten Jérôme Pourchère vom Saarbrücker GästeHaus zum Oberkellner des Jahres und Markus Berlinghof zum Sommelier des Jahres. Er arbeitet im Jacobs in Hamburg. Hotelier des Jahres ist Dietmar Müller-Elmau vom Schloss Elmau in Oberbayern.

Der Gault Millau ehrt auch einen weiteren Berliner Koch. Tim Raue wurde zum Restaurateur des Jahres gekürt. Er hat drei Restaurants in der Stadt: Tim Raue, Sra Bua und La Soupe Populaire .

Gault Millau kritisiert mangelnde Aufmerksamkeit für deutsche Spitzenküche

Die Liga der Spitzenköche bleibt eine Männerdomäne: Vier Köche bekamen von den Kritikern die höchste Wertung von 19,5 (von 20) Punkten:  Harald Wohlfahrt von der Schwarzwaldstube in Baiersbronn, Joachim Wissler vom Vendôme in Bergisch Gladbach, Klaus Erfort vom GästeHaus in Saarbrücken und Helmut Thieltges vom Waldhotel Sonnora in der Südeifel. Die höchstbewerteten Köchinnen sind mit 17 Punkten Jacqueline Amirfallah vom Gauß in Göttingen und Douce Steiner vom Hirschen in Sulzburg. Der Titel "Koch des Jahres" wird nicht nur nach Punkten verliehen, auch andere Kriterien zählen.

In der neuen Ausgabe des Gault Millau Deutschland 2014, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde, heißt es, die Restaurant-Szene in Deutschland sei "weltoffen, vielfältig, kreativ und auf dem neuesten Stand". Die Kritiker  bemängelten aber, dass an der Aufmerksamkeit für die deutsche Spitzenküche fehle. Schuld daran seien auch die Politiker, die nichts dafür täten, "dass die Kulinarik den Stellenwert erhält, den sie in Ländern wie Frankreich und Italien schon immer hat". Deutsche Politiker sähen nach wie vor ein Wiener Schnitzel in ihrem Stammlokal als den Höhepunkt lukullischer Freuden, heißt es in dem Restaurantführer.