Der Gourmet-Führer Michelin hat seine neue Rangliste veröffentlicht. Mit dem Restaurant Überfahrt in Rottach-Eggern finden sich in Deutschland nun elf Drei-Sterne-Restaurants. Es ist die höchste Auszeichnung des Guide Michelin und die wichtigste Auszeichnung in der Branche zusammen mit den GaultMillau-Hauben.

Überfahrt-Koch Christian Jürgens wurde für seine Küche "voller Finesse, Kraft, Klarheit und Ausdruck" ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren habe man das Restaurant etwa 20 Mal besucht, um ganz sicher zu sein. "Jürgens bringt die kulinarischen Dinge einfach auf den Punkt", sagte Ralf Flinkenflügel, Chefredakteur des Michelin . "Das ist der Hammer", freute sich Jürgens bei der Bekanntgabe in Berlin .

Insgesamt verteilte der Michelin in Deutschland Sterne an 274 Restaurants. Das sei ein Rekord und bedeute innerhalb von fünf Jahren eine Steigerung um mehr als 25 Prozent. "Es war ein sehr gutes Jahr", sagte Flinkenflügel. 39 Restaurants erkochten sich zum ersten Mal einen Stern. Einen solchen Zuwachs habe es zuletzt vor 45 Jahren gegeben. Damit gibt es nun 226 Restaurants mit einem Stern, 37 mit zwei Sternen und elf mit drei Sternen.

Noch immer dominieren in der Gourmet-Gastronomie die Männer am Herd. Drei Frauen erkochten sich neu einen Stern: Sarah Henke im Spices in List auf Sylt , Caroline Baum im Reisers am Stein in Würzburg sowie Maria Groß im Clara-Restaurant im Kaisersaal in Erfurt . Die Hamburgerin Anna Sgroi holte sich in ihrem gleichnamigen Lokal einen Stern zurück. 

Vegetarische Gerichte im Kommen

Auf Bundesländer verteilt führt wie schon seit Jahren Baden-Württemberg mit den meisten Sternen, es folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen . Berlin entwickelt sich laut Michelin-Chefredakteur aber zusehends zum Hotspot richtig guter Küche. 

Neben dem Trend der letzten Jahre hin zu regionalen Produkten treten auch vegetarische Gerichte zunehmend in den Vordergrund der Speisekarten. "Um einen Stern zu bekommen, braucht die Küche kein Fleisch", stellt Flinkenflügel klar.