Frage: Bisher waren die Michalsky-Shows sehr individuell. Warum jetzt die Style Nite mit mehreren Labels?

Michael Michalsky: Weil die Location es hergibt. Es wird drei ganz individuelle Shows geben. Das ist ja das Schöne am Friedrichstadtpalast, der größten Theaterbühne der Erde. Da hat man die Möglichkeit, solche Sachen technisch umzusetzen. Ich hatte nach dem letzten Sommer noch einmal die Möglichkeit, dort zu zeigen. Da habe ich mir gedacht, dass es ein bisschen schade wäre, wenn ich das nur alleine machen würde.

Frage: Warum zeigen Sie mit Kaviar Gauche und Lala Berlin?

Michalsky: Das sind die beiden Labels, die ich persönlich am interessantesten finde. Das wird nicht die klassische Fashion-Show, wie sie in Zelten oder Showrooms abgefeiert wird. Das Schöne ist auch: Uns verbindet nur, dass wir alle aus Berlin kommen. Durch diese Veranstaltung wollen wir auch zeigen, dass Berlin tolle Mode kann.

Frage: Es ist also auch eine Art "Best of Berlin"?

Michalsky: So kann man es sehen, weil das ja schon die interessantesten und besten Labels sind. Dass ich sehr froh hier in Berlin bin, weiß man ja. Ich habe hier die erste Show gemacht, da gab es noch gar keine Fashion Week. Ich lege mich hier jedes Mal ins Zeug.

Frage: Gehen Sie mit einer anderen Einstellung an die Sache heran, weil Sie keine Einzelshow machen, sondern sich einem Konzept wie der Style Nite unterordnen?

Michalsky: Nein, ich werde schon die Show machen, die ich immer mache. Das Einzige, was wir drei gemeinsam haben, ist das Rahmenprogramm und eben die Lokalität, die ich noch mal besorgt habe. Ich bekomme die, weil ich mit meinem Team für die nächste Show im Friedrichstadtpalast 500 Kostüme entwerfe.

Frage: Könnte es bei der nächsten Veranstaltung eine ganz andere Konstellation geben?

Michalsky: Alles ist möglich. Es kann sein, dass es andere Labels werden, dass es mehr werden oder dass es länger wird. Aber ich möchte, dass es eine langfristige Sache für den Standort Berlin wird. Ich denke, was ich in den letzten Jahren bewiesen habe, ist, dass ich, obwohl ich ein kleines Unternehmen habe, perfekte Shows, die international den Vergleich nicht scheuen müssen, in dieser Stadt produzieren kann. Es ist ein Problem, dass sonst hier immer alles wie eine Low-Budget-Produktion aussieht.

Frage: Ist das auch eine leise Kritik an dem, was IMG tut?

Michalsky: Ich kritisiere niemanden, ich finde es gut, dass die das machen. Aber ich habe immer meinen eigenen Film gefahren, weil deren Formel nicht zu mir passt. Ich möchte keine Zeltshow machen, sondern immer die Verbindung zu dieser Stadt herstellen – und daraus ist das Konzept entstanden.