Südafrika ist im Hinblick auf seinen Modestil noch ein junges Land. Bis zum Ende der Apartheid 1994 kopierten die großen Modeketten das, was auf den Laufstegen in Paris, Mailand und New York zu sehen war. Doch mit dem erstarkenden Selbstbewusstsein der schwarzen Mittelschicht hat sich in den vergangenen Jahren auch ein neues modisches Bewusstsein in Südafrika entwickelt. Dennoch haben es bisher nur wenige südafrikanische Designer geschafft, sich international durchzusetzen. ZEIT ONLINE stellt vier Modemacher vor, die auch außerhalb ihrer Heimat Erfolge feiern.

Der Glamouröse: Gavin Rajah

Der in Durban geborene Gavin Rajah verkaufte bereits während seines Jurastudiums Selbstentworfenes an seine Kommilitonen. Heute gilt Rajah als Meister großer Roben aus hochwertigen Seiden-, Kaschmir- oder Chiffonstoffen. Neben puristischem Schwarz setzt der 38-jährige Couture-Designer auf die leuchtenden Farben seines Landes und verziert die meist bodenlangen Kleider gern mit opulenten Volants, Spitze und Drapierungen. 2006 zeigte Rajah seine glamourösen, verspielten Kreationen zum ersten Mal auf der Pariser Modewoche – seitdem gilt er als der Roberto Cavalli Südafrikas. Einige seiner prominenten Hollywood-Kundinnen reisen angeblich sogar extra in seinen Flagshipstore am Cavendish Square in Kapstadt, um sich vom Meister persönlich einkleiden zu lassen.