Saberis handgefertigte geflochtene Lederjacke war ebenfalls im Rahmen der Installation in Berlin zu sehen

 ZEIT ONLINE: In Ihrer Einladung ist die Rede von "Dark Hip-Hop". Was verstehen Sie darunter?

Saberi: Hip-Hop wird gemeinhin mit Plastik und Neonfarben assoziiert. Für mich kann Hip-Hop aber auch dunkler sein. Ich selber arbeite viel mit dunklen Farben, weil sie für mich eine ganz besondere Eleganz haben. Das hat nichts zu tun mit etwas Bösem. Daher würde ich auch eher von Avantgarde-Hip-Hop sprechen. Das wiederum ist eine sehr persönliche Definition: Kurz gesagt, interessiert mich Hip-Hop, der im Beat und im Text einen Schritt weiter geht. Glue, 7L & Esoteric oder Blue Sky Black Death würde ich als Avantgarde-Hip-Hop bezeichnen. Ebenso interessiert mich Mode, die sich visuell nicht so schnell dekodieren lässt. Ich greife lediglich Elemente der Hip-Hop-Kultur auf, wie weite Hosen und einen tiefen Schritt.

ZEIT ONLINE: Nach eigener Aussage tragen Sie seit ihrem zwölften Lebensjahr den gleichen Stil. Wie würden sie den beschreiben?

Saberi: Mein erster visueller Kontakt mit einer Subkultur waren Punks. Mehr identifiziere ich mich jedoch mit dem Hip-Hop. Mein Stil kombiniert die Ästhetik meiner Mutter mit dem Turbanartigen aus dem Stil meines iranischen Vaters. Mit dem Einfluss meiner Freunde, meiner Hip-Hop-Vergangenheit und meinem Punk-Dasein ist daraus ein Stil entstanden, der mein Leben und meine visuellen Eindrücke reflektiert.

ZEIT ONLINE: Schon ihre Eltern haben in der Mode gearbeitet.

Saberi: Meine Mutter war Designerin, mein Vater Produzent. Sie hatten ein kleines unbekanntes Label und haben für andere Firmen produziert. Das Produzieren, das Stoffliche und die Handarbeit habe ich von meinem Vater mitgenommen, das Ästhetische und das Feinfühlige von meiner Mutter.

Die Fragen stellte Nele Heinevetter