Auf der Mercedes Benz Fashion Week präsentierte gestern Hugo Boss die neue Kollektion der Marke Hugo. Die Hugo Boss Show ist stets einer der Höhepunkte der Modewoche, schon weil hier weder an Prominenz noch an Pracht gespart wird. Bei der Fashion Week im vergangenen Juli hatte Boss Maßstäbe gesetzt, im dem man in einem Festzelt ein gesetztes Dinner für 1600 aus aller Welt eingeflogenen Gäste servierte.

Dagegen war die gestrige Präsentation fast bescheiden. Zwar waren viele Stars zugegen. Es kamen etwa der Formel Eins-Fahrer Lewis Hamilton und die Schauspielerinnen Tilda Swinton und Cloë Sevigny umrahmt von allerlei deutscher Prominenz wie dem regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, David Kross, Eva Padberg, Karoline Herfurth und Tita von Habsburg.

Ansonsten setzte man eher auf Reduktion als auf Pomp. Das Publikum war auf 700 Gäste begrenzt. Als Location wählte man die Neue Nationalgalerie, einen Bau von Mies van der Rohe mit klaren Linien. Schon mit diesem Setting machte Eyan Allen, der Designer von Hugo, klar, wo er die Marke sieht: Mehr in der Moderne als der Avantgarde. Der mit Klavierlack bestrichene Laufsteg betonte die strengen Linien umso mehr.

Auf Linie waren auch die geladenen Prominenten. Jasmin Tabatabai (gekleidet in Boss) lobte die Marke für die "besten Partys". Karoline Herfurth (gekleidet in Boss) meinte, ihr gefielen ganz besonders die klaren Linien. Klaus Wowereit (gekleidet in Boss) erklärte, Boss sei "eine wunderbare Marke". Nur Sarah Kuttner fiel etwas aus der Reihe, indem sie betonte, sie trage heute H&M.

Die Erwartungen an die Show wurden nicht enttäuscht, und schon gar nicht übertroffen. Allen präsentierte eine Kollektion, die ganz auf die modischen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist – businesstauglich und unaufregend: Er zeigte streng geschnittene dunkelblaue Cocktailkleider, Anzüge mit schmalen Revers, schwarze Abendkleider mit v-förmigen Rückenausschnitt, der an ein Smoking-Revers erinnerte, Jacken mit Maxikrägen, Oberteile aus dünnem, schwarzem Leder mit Rollkragen, Tulpenkleider mit breitem Hüftgürtel. Dazwischen einige Farbtupfer wie einen roten Anzug und rote Herrenschuhe.

Eyan Allen hat die Linie Hugo vom belgischen Designer Bruno Pieters übernommen, der das Unternehmen Ende 2009 verlassen hat. Pieters hatte bei Hugo zwar avantgardistische Akzente gesetzt, besonders die Damenkollektion war aber nur mäßig erfolgreich. Mit Allen hat sich das geändert. Hugo ist wieder zurück beim Kunden – und dass der nicht gerne modische Risiken eingeht, konnte man gleich nach der Show feststellen. Danach gefragt, wie er die Show fand, sagte der McLaren-Pilot Lewis Hamilton, ihm hätten besonders die roten Schuhe gefallen. Dann schränkte er ein: " But they are dangerous – too much Ferrari! "