Je abwegiger und komplizierter eine Kombination von Stoffen, Mustern und Schnitten, desto unwahrscheinlicher, dass ein Entwurf von Fast-Fashion-Häusern kopiert werden kann. Paul Smith hat für das Frühjahr ein Kleid im Programm, in dem sich Hemdblusenschnitt, schwarze Spitze und Schulmädchenfalten treffen. Die Farben: schwarz, weiß, orange, puder. Justin Thornton und Thea Bregazzi von Preen kombinierten Rosenblätterdrucke mit echter und auf Chiffon und Georgette gedruckter Schlangenhaut. Viele Schnittteile und der Einsatz solch unterschiedlicher Motive und Materialen machen die Nachahmung dieser Teile schwierig. Im Copyright -freien Raum der Mode ist die Collage ein Weg, um Entwürfen zumindest für eine Saison eine gewisse Einzigartigkeit zu sichern.

Gegen all die kühnen Muster und verwegenen Stoffkombinationen haben es Designer mit einer ruhigeren Handschrift derzeit schwer. Doch auch sie sind dran am Thema Überlagerung und geben dem angestaubten Lagenlook ein neues Antlitz. Das Drei-Stufen-System Jeans, langes Hemd, kurzes Jäckchen wird abgelöst von einer Vielzahl an Schichtmöglichkeiten. Burberry zeigte Mikro-Capes, die schon kurz unter dem Schlüsselbein enden, andere lassen über schmale Zigarettenhosen transparente Röcke schweben und geben dem ganzen mit einem Longblazer Form.

Während nun der Staffelstab des Modemarathons an Mailand geht, kann man zu Hause den Kleiderschrank schon mal nach Längen und Materialen sortieren – und ein gutes Sample dazu hören.