Das Buch

"Weil es eine lange, komplizierte Geschichte ist und es eine Weile dauern wird, die Zusammenhänge so deutlich zu machen, daß allen Beteiligten Gerechtigkeit widerfährt. Denn wie in den meisten problematischen Situationen gibt es, jedenfalls nach meinem Dafürhalten, auch hier weder Gute noch Böse noch Schuldige, sondern nur Unglückliche. Und natürlich Ungeschickte, auf jeden Fall einen, nämlich mich. Dabei, das dürft ihr mir glauben, verkenne ich nicht den für alle höchst unangenehmen Umstand, daß peinlichstes Privatleben abgehandelt wird. Doch dafür kann ich nichts…"

Ein Selbstplädoyer: Deutschlehrer Joachim Linde weiß, daß mit seinem Leben und seiner Familie nicht alles in Ordnung ist. Der jüngste Ärger mit den Schülern ist da fast zweitrangig. "Peinlichstes Privatleben" muß er nun vor seinen Kollegen ausbreiten, um seine Haut zu retten. Linde ist entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Es geht um private, es geht aber auch um historische Schuldzuweisung. "Hausaufgaben" handelt von der Verstrickung in Wunschdenken und Halbwahrheiten beim Versuch, mit sich im reinen zu bleiben.

Der Autor

Jakob Arjouni über Jakob Arjouni: "1964 in Frankfurt am Main geboren, aufgewachsen in Frankfurt und Oberroden. Mit zehn auf ein Internat im Odenwald. Mit zwölf zum ersten Mal ›Rote Ernte‹ von Hammett gelesen - nicht alles verstanden, aber begeistert. Von vierzehn bis achtzehn regelmäßige Fahrten ins Frankfurter Bahnhofsviertel zum Pool-Billard. Sergio-Leone-Filme gesehen. Nach dem Abitur nach Montpellier, Südfrankreich. Abgebrochenes Studium. Zweieinhalb Jahre Arbeit als Kellner, Badeanzug- und Erdnußverkäufer. Ersten Roman geschrieben, ›Happy Birthday, Türke!‹, und erstes Theaterstück, ›Die Garagen‹. Mit zweiundzwanzig nach Berlin auf eine Schauspielschule. Schnell abgebrochen. Studium an der Freien Universität. Noch schneller. Hugo, Faulkner und Irmgard Keun gelesen. Roman ›Mehr Bier‹ geschrieben, Theaterstück ›Nazim schiebt ab‹, Roman ›Ein Mann, ein Mord‹. Beruf gefunden. Umzug nach Paris. Theaterstück, ›Edelmanns Tochter‹. Zurück nach Berlin. Roman, ›Magic Hoffmann‹." Die ›FAZ‹, in der ›Magic Hoffmann‹ vorabgedruckt wurde, nannte den "Roman über die neue Hauptstadt Berlin aus der Sicht eines Underdogs aus der Provinz" auch "eine Verbeugung vor dem größten aller Berlin-Romane, Döblins ›Berlin Alexanderplatz‹, und seinem Helden Franz Biberkopf." Für ›Ein Mann, ein Mord‹ wurde Jakob Arjouni 1992 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. ›Happy Birthday, Türke!‹ wurde von Doris Dörrie verfilmt. Der Held seiner Krimis wurde nicht nur mit einem "Welcome to America, Turk" (›Kirkus Reviews‹) begrüßt, auch in zehn weiteren Sprachen löst Kemal Kayankaya seine Fälle. Arjouni "schreibt die besten Großstadtthriller seit Raymond Chandler. Ein großer, fantastischer Schriftsteller, der genau und planvoll und lesbar schreibt, ein gnadenloser Realist, der sich mühelos über den schnöden Realismus normaler Krimiautoren hinwegsetzt", schrieb Maxim Biller im Magazin ›Tempo‹.

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