Das Buch

"Vom Reisen und von der Heimkehr erzählt Hoppe, so viel lässt sich sagen." (Frankfurter Rundschau)

Felicitas Hoppe nimmt sich fünf historische Figuren vor - fünf Fälle von seltener Hoffnungslosigkeit. Sie folgt den krummen Lebenslinien von Gaunern, Aufschneidern, Maulhelden und Pechvögeln, die eines vereint: Um sich weitestmöglich vom Ort des eigenen Versagens zu entfernen, trieb es sie hinaus aufs Meer.

Einer dieser Fälle ist John Hagenbeck, der Bruder des Hamburger Zirkusbesitzers Carl Hagenbeck. John hat als Sohn aus zweiter Ehe keine Aussicht auf ein Erbe, fliegt ohne Abschluss von der Schule und geht eine unglückliche Verlobung ein. Aus seiner selten trostlosen Existenz flüchtet er nach Übersee, wo er sich erfolglos als Perlenhändler versucht. Unverdrossen macht er sich daraufhin als Schiffshändler selbständig und vagabundiert durch Java und Sumatra, bis er schließlich auf Ceylon landet, wo er der Spionage bezichtigt wird. Und abermals die Flucht antreten muss ...

Glück im Unglück dagegen war dem Thüringer Georg Meister beschieden, der sich im 18. Jahrhundert nach Batavia absetzte und während der Überfahrt zum Schiffsgärtner ernannt wurde. Georg Meister fand damit seinen Platz im Leben - was ihn in der Riege von Felicitas Hoppes Verbrechern und Versagern übrigens zu einer echten Ausnahme macht."Sie fragen nach meinen Untermietern. Der eine heißt Schiller, der andere Kapf, den hat mir Schiller ins Haus geschleppt, doch um gleich die ganze Wahrheit zu sagen: Franz Joseph Ernestus Antonius Emerentius Maria Kapf, hoch zu Ross und im Reden voran, ist in Bayern bei den Jesuiten gewesen, die haben den Kindskopf mit Ideen gestopft, das trägt jetzt gewisse Früchte. Manieren hat er so wenig wie Schiller, die hat man den Herren nicht beigebracht auf der Herzoglichen Akademie. Kapf trinkt und prügelt und predigt für zehn, ein Jesuit der besonderen Sorte. Heidenmissionar möchte er werden, und ich sage, dann gehen Sie doch, sehen Sie, dass Sie nach Afrika kommen, da ist es so heiß, dass selbst Kindsköpfe schrumpfen."

Die Autorin

Felicitas Hoppe, wurde 1960 geboren und erhielt für ihr Debüt Picknick der Friseure den Ernst-Willner-Preis in Klagenfurt und den aspekte-Literaturpreis. Mit Schiffsreisen in die Ferne kennt sie sich bestens aus, seitdem sie 1999 mit einem Containerschiff vier Monate um die Welt gefahren ist. Auf die Reise folgte der Roman Pigafetta. Zuletzt erschien ihr Roman Paradiese, Übersee. Felicitas Hoppe lebt in Berlin