Das Buch

Waris Dirie war fünf Jahre alt, als ihre Mutter sie zu einer alten Frau in den Busch führte. Mit einer zerbrochenen Rasierklinge wurde ihre Klitoris beschnitten, ohne Betäubung. Waris verlor das Bewußtsein. Als sie aufwachte, quälten sie unsagbare Schmerzen, kurz darauf bekam sie eine schwere Infektion und lag tagelang in hohem Fieber. Waris Dirie überlebte. Doch viele der 6000 Mädchen, die täglich Opfer einer Genitalverstümmelung werden, sterben daran. Die übrigen leiden ihr Leben lang unter Schmerzen bei der Menstruation oder beim Wasserlassen, erotische Lust können die meisten von ihnen nie mehr empfinden.

Trotz dieser grausamen Folgen wird das 4000 Jahre alte Ritual der Beschneidung junger Mädchen weltweit praktiziert. Nicht nur in Afrika und im nahen und mittleren Osten, sondern auch in Europa, speziell in Deutschland und Österreich, werden Genitalverstümmelungen tausendfach vorgenommen, zum Teil von niedergelassenen Ärzten.

Schon vor einigen Jahren nahm Waris Dirie den Kampf gegen Genitalverstümmelung auf. Sie wurde UNO-Sonderbotschafterin und gründete die Waris Dirie Foundation, die weltweit aktiv ist, um aufzuklären, gefährdete Mädchen zu schützen und Opfern zu helfen. In den ersten beiden Bänden ihrer Autobiographie, "Wüstenblume" und "Nomadentochter" schilderte Waris Dirie ihre Kindheit als Nomadin in der somalischen Wüste, ihren Aufstieg zum international gefragten Topmodel und die Rückkehr nach Afrika, mit der ihr Kampf gegen Genitalverstümmelung begann.

In diesem Buch erzählt sie ihr Leben weiter, von dem Tag an, als sie ihr Schweigen brach. Sie erzählt von Begegnungen mit Opfern und Tätern, von den mühsamen Recherchen, von Rückschlägen und Erfolgen. "Schmerzenskinder" ist in vieler Hinsicht ein erschütterndes Buch, doch es ist auch ein Buch voller Kraft und Hoffnung für Millionen Frauen in aller. Das Buch schildert die Geschichte ihrer Kampagne gegen FGM in Europa, von den Anfängen über die mühsamen Recherchen, die Rückschläge und Erfolge, die Begegnungen und Gespräche. Waris Dirie ist auf einer Mission, und die Leser begleiten sie dabei.

Die Autorin

Waris Dirie, geboren 1965, verließ im Alter von 14 Jahren ihre Heimat Somalia und wurde in London als Model entdeckt. 1991 zog sie nach New York, wo sie durch Werbeaufnamen für Levi's und Benneton berühmt wurde. Seit 1994 ist sie Sonder-Botschafterin der UNO im Kampf gegen Genitalverstümmelung, im Jahr 2002 gründete sie die Waris Dirie Foundation, eine gemeinnützige Stiftung, die sich gegen die Folter der rituellen Beschneidung in aller Welt wendet. Waris Dirie ist verheiratet und hat einen Sohn. 1998 veröffentlichte sie ihre Autobiographe, "Wüstenblume". 2002 erschien ihr zweites Buch "Nomadentochter". Beide Titel wurden internationale Bestseller.