Das Buch

Als der bundesweit gesuchte Terrorist Oliver Zurek in einem Schußwechsel mit Beamten des Grenzschutzes von einer Kugel tödlich verletzt wird, kommt es zu einem politischen Skandal. Denn die offiziellen Mitteilungen über seinen Tod im mecklenburgischen Kleinen - es ist von Selbstmord die Rede - stimmen nicht mit den Zeugenaussagen überein. Der Fall gerät in die Schlagzeilen, der Innenminister tritt zurück, der Generalbundesanwalt wird in den Ruhestand versetzt. Trotzdem wird das Ermittlungsverfahren wenige Monate später eingestellt. Olivers Vater aber mißtraut den Behörden. Er macht sich auf, die Wahrheit über den Tod - die Ermordung? - seines Sohnes zu erfahren. Er, der ehemalige Gymnasialdirektor, der zusammen mit seiner Frau in der Nähe von Wiesbaden lebt und der die politische Orientierung und Entwicklung seines Sohnes nie verstanden hat, will nur eines: Gerechtigkeit. Will endlich verstehen, warum Oliver in den Untergrund gegangen und was genau geschehen ist an diesem einen Tag, an dem Oliver im Bahnhof von Kleinen sein Leben verlor.

Mit knappen, eindringlichen Worten erzählt Christoph Hein die Geschichte eines Vaters, der sich auf die Spur seines Sohnes macht. Und je weiter er dieser Spur folgt, desto mehr verändert er sich selbst - wandeln sich seine Werte, die ihm bis dahin heilig waren.

Der Autor

Christoph Hein, geboren 1944 in Heinzdorf / Schlesien, aufgewachsen in Düben bei Leipzig, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausge-zeichnet, zuletzt mit dem Schiller-Gedächtnis-Preis. Zuletzt erschienen: Landnahme, Nachtfahrt und früher Morgen, Öffentlich arbeiten. Essais und Gespräche, Der Ort. Das Jahrhundert. Essais (alle 2004).

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