In den USA gibt es einen neuen Trend: Dashboard Dining . Das bedeutet, dass Autofahrer am Steuer bequemer essen, weil sie ihr Fast Food direkt aufs Armaturenbrett klemmen. Ein Joghurthersteller hat dafür jahrelang an einer Rezeptur geforscht, mittels derer man Joghurt aus Tuben direkt in den Mund drücken kann. Der Suppenhersteller Campbell verkleinerte seine Nudeln, damit sie durch die kleine Öffnung von Trinkdosen flutschen. Für die Dosen bauen Autohersteller bis zu einem Dutzend Dosenhalter in einen einzigen Minivan. Das ist sicherlich keine schlechte Idee, zumal die Amerikaner so sehr viel Zeit in ihren Autos zubringen.

In Deutschland gibt es etwas weniger Autos als in den USA, aber wesentlich mehr Fahrradfahrer und Fußgänger. Auch für diese Menschen ließe sich etwas tun, damit sie ihre Zeit optimaler ausnutzen. Möglich wäre eine Greifzange auf dem Fahrradlenker, die Burger und Pizza direkt vor dem Mund positioniert. Fußgänger würden sich die Halterung an den Oberarm binden. So könnte man auch beim Shopping und in der Kirche etwas Döner naschen und mit Cola aus dem Strohhalm-Headset herunterspülen.

Wer jetzt denkt, hinter dem nonstop Fast Food steckten Bereicherungsabsichten von Ärzteinnung und Lebensmittelindustrie, liegt völlig falsch. In Wahrheit möchten  Food-Designer und Chirurgen sich selbst mehr Zeit freischaufeln, um die Fettleibigkeit der Amerikaner zu bekämpfen. Und ist die Technik erst einmal ausgereift, sollte sie auf die Welt der Bücher übertragen werden, damit man immer und überall lesen kann.

Besser, als im Auto zu völlen, wäre, lesend über die Straße zu brettern - Dashboard Reading . Bisher fehlen dafür die Vorrichtungen im Autoinnenraum. Statt in Dosenhaltern fände die Autoindustrie reißenden Absatz in Schmökerstützen mit integrierten Leselampen für Armaturenbrett und Beifahrertüren. Die Präsenzbibliothek passt spielend in den Kofferraum. Cabrio-Modelle kommen mit Papierbeschwerer, damit die Seiten im Fahrtwind nicht umschlagen. Ein Fingerbenetzungsschwämmchen zum leichteren Umblättern sollte in jedem Wagen verfügbar sein.

Die Nahrungsmittelaufnahme kann dann vom Auto ins heimische Bücherregal verlegt werden: Bookshelf Dining . In das Bücherregal wären klappbare Tische eingelassen, außerdem runde und eckige Getränkehalterungen, um sowohl Campbell-Fans als auch Tetrapack-Trinker zu kulinarischen Genüssen auf dem Bücherbord zu verführen. Bei einer warmen Buchstabensuppe könnte man sich sein Lieblingsbuch quasi auf der Zunge zergehen lassen.