So machte es auch Lord Paul Drayson, als er im Juni mit seinem 640 kW starken Elektrorennwagen Drayson B12 69/EV bis zu 328 km/h schnell fuhr und damit einen neuen Tempoweltrekord für Elektroautos unter 1.000 Kilogramm aufstellte. Inzwischen hat Qualcomm in London eine Versuchsreihe gestartet, bei der rund 30 Elektrotaxis ihre Akkus beim Heranfahren an den Taxistand am Bahnhof Paddington nachladen können.

Inzwischen ist Qualcomm mit Citroën, Renault und Delta Kooperationen eingegangen. Die Möglichkeit zum kabellosen Laden soll es künftig jedoch nicht zum Nachrüsten für bereits betriebene Elektrofahrzeuge geben, sondern nur für neue, in denen dann ab Werk die notwendige Technik verbaut ist. Für den Flügeltüren-Delta braucht Thomson allerdings noch rund sechs Stunden Aufladezeit.

Aber sieht so die neue elektromobile Ära aus? Eine Stunde fahren, um dann viele Stunden lang den leeren Akku wieder aufzuladen? Läuft das nicht auf eine umweltfreundliche Form der Paralyse hinaus? So muss es nicht zwingend kommen, meint Thomson. Sein Lösungsvorschlag: Man baut im Abstand von 15 oder 20 Kilometern elektromagnetische Induktionsschleifen in die Fahrbahn, sodass fahrende Elektroautos beim Überqueren dieser Ladezonen automatisch in kleinen Dosen den Akku aufladen. Dann wäre das Phänomen schlappmachender Akkus nicht mehr aktuell.

Ein langer Weg bis zur Realisierung

Doch die dafür notwendige Infrastruktur wäre gigantisch und müsste wohl vom Staat finanziert werden. Es wäre ein Langzeitprojekt mit Milliardenkosten. Thomson hält es für denkbar, dass auch Privatunternehmen einen Teil davon übernehmen. Auf den Auflade-Fahrspuren von Autobahnen zum Beispiel könnten daneben auch Informationen über den Verkehrsfluss, das Wetter und andere fahrtrelevante Dinge übermittelt werden, sagt Thomson. Das könnten Kommunikationsfirmen wie Vodafone leisten, die sich dann wohl am Aufbau der Infrastruktur beteiligen würden. Vorstellbar wäre auch, gleichzeitig ein Antikollisionssystem und Technik für die Auto-zu-Auto-Kommunikation zu installieren. An beidem arbeiten einige Pkw-Hersteller bereits.

Bis zur Realisierung müssten aber noch einige technische Probleme bewältigt werden. Die Wireless-Pads müssen mit anderen Funksystemen kompatibel sein, ihre Funkfrequenzen dürfen nicht streuen oder etwa die Funktion von Herzschrittmachern beeinträchtigen. Außerdem muss auch ein Abrechnungssystem entwickelt werden, über das die Fahrer der Elektroautos den unterwegs getankten Strom bezahlen.

Die Fahrt nach Sussex hat Thomson übrigens pannenfrei absolviert. "Aber ich habe vor der Rückfahrt sicherheitshalber über Nacht den Akku nachgeladen, um auf der sicheren Seite zu sein", erzählt der Ingenieur. "Die zwei oder drei Pfund, die ich dafür investierte, haben mich doch ziemlich beruhigt."