Solche Prognosen sind natürlich eher gewagt als wissenschaftlich durchkalkuliert. Doch Anzeichen für einen Umschwung gibt es zuhauf. In Nordamerika verkauft Tesla im hochpreisigen Segment mehr Autos als die Konkurrenz. 10.100 Autos der Marke haben dort im ersten Halbjahr 2013 Abnehmer gefunden. Zum Vergleich: Mercedes verkaufte nur knapp über 6.000 Modelle der S-Klasse, Audi nur 3.600 Exemplare seiner Limousine A8. In Norwegen steht Tesla erstmals an der Spitze der Neuzulassungen, noch vor dem VW Golf. Grund dafür sind aber auch massive Steuererleichterungen für die Stromer.

Dieser Erfolg wird sich in den kommenden Jahren enorm beschleunigen, glaubt Thomsen. Der Markt wäre dann so attraktiv, dass drei bis vier neue Autohersteller mitmischen, mit denen noch keiner rechnet. Elektronikkonzerne wie LG und Samsung könnten in die Mobilwelt einsteigen. Sie haben zwar keine Ahnung von komplexen Verbrennungsmotoren, verfügen allerdings über genügend Know-how im Bereich Batterien und Elektronik.

Schon 2015 könnten Elektrofahrzeuge so einen Marktanteil von fünf Prozent erreichen. Und 2016 würde die Nachfrage nach Benzinern massiv einbrechen – übrigens auch nach Hybridautos, deren Ende Thomsen für 2018 vorhersagt.

Die gerade verschobene Anhebung der CO2-Grenzwerte für Autohersteller in der EU erschiene in der Rückschau dann obsolet. Denn schadstoffreiche Autoflotten hätten nach Thomsens Prognosen sowieso keine Zukunft.

Erschienen im Portal WiWo Green der Wirtschaftswoche

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