Welcher Verbrauch kann in einem modernen Kleinwagen der Polo-Klasse realisiert werden, wenn alle Maßnahmen zum Kraftstoffsparen eingesetzt werden? Die Frage wollte bei Peugeot ein kleines Team klären. Es hatte über mehrere Monate freie Hand und durfte aus dem Vollen schöpfen, um einen normalen Peugeot 208 zu einem Knauser zu machen. Das Ergebnis, der Peugeot 208 Hybrid FE, war schon im September auf der IAA in Frankfurt zu sehen. Jetzt konnten wir einen genaueren Blick auf und unter das Fahrzeug werfen.

Das Ziel war es, den Verbrauch des Wagens so abzusenken, dass der Kohlendioxid-Ausstoß auf unter 50 Gramm je Kilometer reduziert wird. Zum Vergleich: Auf EU-Ebene wird derzeit darüber gestritten, für Neuwagen im Jahr 2020 eine Obergrenze von durchschnittlich 95 Gramm festzusetzen. Der 208 Hybrid FE unterschreitet diese Grenze deutlich und blieb auch unter der Peugeot-internen Maßgabe. Er kommt auf einen Verbrauch von 1,9 Litern je 100 Kilometer. Das entspricht CO2-Emissionen von 46 Gramm je Kilometer.

Erreicht wurde das durch verschiedene Spartechniken in den Bereichen Antrieb, Materialien und Aerodynamik. Das Hybridsystem des kleinen Franzosen kombiniert den bekannten, allerdings überarbeiteten 1,2-Liter-Benzinmotor mit einem Elektroantrieb, der aus dem Le-Mans-Sportwagen 908 Hybrid4 abgeleitet wurde. Von dort stammt auch das nur 25 Kilogramm wiegende Batteriesystem.

Die rennsporterfahrenen Techniker im Peugeot-Konzern PSA haben das System so ausgelegt, dass das Fahrzeug in erster Linie über den Elektromotor abbremst. Er wandelt die Bremsenergie so in Strom um, der in der Batterie gespeichert wird. Damit unterstützt der E-Motor den Verbrenner vor allem bei der Beschleunigung. Mit dieser Strategie fährt zum Beispiel auch Honda bei seinen Mildhybriden.

Der Benzinmotor wurde in vielen Bereichen überarbeitet. Die Kurbelwelle zum Beispiel ist nun aus nitriertem Stahl, die Pleuel sind aus Titan. So wurde der 50 kW (68 PS) starke Motor trotz einer leichten Hubraumerhöhung leichter, und die inneren Reibungsverluste wurden gleichzeitig um 20 Prozent gesenkt. Das automatisierte Schaltgetriebe des Serienfahrzeugs konnte übernommen werden.

Den Ingenieuren gelang es, das Gesamtgewicht des Fahrzeugs um 20 Prozent auf etwa 820 Kilogramm zu senken. Allein die Karosserie wiegt beim 208 Hybrid FE nur noch 227 statt knapp 300 Kilogramm. Dazu trugen vor allem moderne Verbundwerkstoffe bei, etwa bei der Motorhaube oder den Kotflügeln. Die sind aus einem Vinylesterharz-Karbon gefertigt und nur halb so schwer wie übliche Teile.

Besonders interessant ist der Einsatz eines neuen Werkstoffs beim Fahrwerk. An der Vorder- wie an der Hinterachse kommt an der Aufhängung ein quer eingebautes Aufhängungsblatt aus Harz-Glasfaser-Verbund zum Einsatz. Es ersetzt gleichzeitig die Fahrwerksfedern, den unteren Dreieckslenker und den Stabilisator.