"Das da vorne ist der energiesparsamste Wagen Japans mit Benzinmotor", sagt Takuma Mizuyoshi stolz. Der Sprecher von Suzuki streckt seine Brust raus und zeigt auf ein grünes Podest, auf dem sich der kastenförmige Alto Eco dreht. Sein Motor mit 660 Kubikzentimeter Hubraum verbraucht auf 100 Kilometer nur rund 2,9 Liter. "Selbst Hybridautos sind nur ein Stück besser." In diese Richtung bewege sich doch alles, meint Mizuyoshi. Autos müssten grüner werden.

Der Alto Eco steht in Tokyo Big Sight, dem Messegelände im Südosten der japanischen Hauptstadt. Dort öffnet am Samstag die diesjährige Tokyo Motor Show, eine der größten und wichtigsten Automessen der Welt, für das breite Publikum. Dass ihm die Autobauer dort durch die Bank energieeffiziente Fahrzeuge präsentieren, ist kein Zufall. In Japan, wo seit zweieinhalb Jahren angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima auch eine Energiekrise herrscht, ist jede Art von Sparsamkeit willkommen.

So konzentrieren sich die 177 Aussteller aus zwölf Ländern – darunter neben den japanischen Autobauern auch Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi, Peugeot, Hyundai und weitere – auf die sparsamen alternativen Antriebe: reine Elektroautos, Hybridantriebe, Brennstoffzellenfahrzeuge. Und eben auch besonders sparsame Benziner.

Den zumeist japanischen Besuchern, die sich ab diesem Wochenende auf der Messe einen Eindruck über die neuen Modelle machen können, dürfte das gefallen. "Der Alto Eco ist für das Heimatgeschäft gedacht", sagt denn auch Takuma Mizuyoshi. Dort ist das Auto nicht weniger als ein Hoffnungsträger – gerade in einem Land mit engen Straßen und wenig Platz zum Parken scheint der Kleinstwagen optimal.

Das Spritsparmodell taugt nicht überall

Das Problem ist nur: Der Heimatmarkt ist inzwischen für japanische Produzenten weniger wichtig als die kräftig wachsenden Märkte im Rest Asiens. Das Geschäft in Japan stagniert, Suzuki macht mittlerweile seine größten Umsätze in Indien. Erst danach kommt Japan, gefolgt von China, Europa und den boomenden südostasiatischen Ländern.

Dort würde der Alto Eco nicht unbedingt ankommen. Das weiß man auch bei Suzuki. "Für die Wachstumsmärkte bräuchten wir ein anderes Modell", räumt Mizuyoshi ein. Selbst in Indien, wo es durchaus einen Markt für kompakte Autos gebe, müsste der Wagen wohl etwas größer sein und einen größeren, kräftigeren Motor haben.

Mizuyoshi weist auf eine allgemeine Tendenz hin: Während die Autohersteller immer sparsamere Modelle entwickeln, fragen die Kunden auf den schnell wachsenden Märkten solche Autos in geringerem Maße nach als große Limousinen mit ordentlich PS. Das gilt nicht nur für Suzuki. Sondern etwa auch für Toyota. Der weltweit größte Autobauer setzt mittlerweile rund die Hälfte seiner Fahrzeuge in Schwellenländern ab.

"Unsere Kunden in China bevorzugen schon die größeren Modelle", sagt Yurika Motoyoshi von Toyotas Kommunikationsabteilung. "Es ist klar, dass solche Wagen dann auch mehr Treibstoff verbrauchen. Unsere sparsamsten Modelle verkaufen wir in Japan und Europa." Der Grund für die Bevorzugung wuchtiger Wagen ist für Motoyoshi offensichtlich: "Chinesische Kunden nutzen ihr Auto auch zum Angeben. Es ist viel stärker Statussymbol als in ökonomisch weiter entwickelten Ländern."