Bahnfahren ist in den allermeisten Fällen deutlich günstiger als eine Flugreise. Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland ermittelte in knapp 400 Preisvergleichen von grenzüberschreitenden Strecken, dass nur bei sieben Prozent der Reisen das Flugzeug billiger war als die Bahn. Im Schnitt betrug den Angaben nach der Bahnpreis etwa die Hälfte der Flugkosten.

Und das sei so, obwohl der Bahnverkehr steuerlich schlechter gestellt ist als der Flugbetrieb: Der Club beklagt, dessen Befreiung von Ökosteuer, Mineralölsteuer und – bei grenzüberschreitenden Flügen – der Mehrwertsteuer sei eine "erhebliche Subvention des klimaschädlichsten Verkehrsmittels".

"Der Preisvorteil der Bahnreise wäre noch deutlicher, würde es die steuerliche Ungleichbehandlung von Bahn und Flugverkehr nicht geben", sagte Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des VCD. Insgesamt summierten sich die Subventionen "auf nicht akzeptable" 10,4 Milliarden Euro jährlich. Aber auch im Bahnsektor müssten die Unternehmen nachbessern, forderte Ziesak. Auf stark nachgefragten Strecken müssten sie preiswertere Tickets anbieten.

Je näher das Buchungsdatum am Reisetermin liegt, desto mehr sparen Bahnreisende im Vergleich zu Flugreisenden. Eine Familie könne für eine Urlaubsreise etwa nach Paris, Amsterdam oder Wien durch eine Spontanbuchung bei der Bahn bis zu 644 Euro sparen. Aber auch wenn sich die Familie schon zwölf Wochen vorher festlegt, zahlt sie immer noch 321 Euro weniger. 

Die eintägige Geschäftsreise ist mit der Bahn bei allen getesteten Verbindungen preiswerter als mit dem Flugzeug.

Lediglich bei einem Wochenendtrip etwa von Frankfurt nach Paris schlägt der Flieger die Bahn preislich. Hier ist der Flug für zwei Erwachsene um durchschnittlich 146 Euro günstiger als die Bahnfahrt. Doch das seien Einzelfälle, etwa weil Frankfurt ein Drehkreuz mit vielen Flugangeboten ist: Knapp 80 Prozent aller untersuchten Wochenend-Bahnreisen kosteten weniger als der Flug, rechnet der VCD vor.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Komfortgewinn, argumentiert der Verband: Wer mit der Bahn reise, genieße eine größere Bewegungsfreiheit und meist eine Onlineverbindung, sagte Heidi Tischmann, VCD-Verkehrspolitikexpertin. Hinzu komme, dass Bahnhöfe am Ankunftsort – im Gegensatz zu vielen Airports – meist zentral liegen, man also schneller am eigentlichen Ziel ist.

Der Zürcher Mobilitätsforscher Thomas Sauter-Servaes berücksichtigte bei seinen Tests (hier das .pdf des Ökologischer Verkehrsclub VCD)für den VCD verschiedene Reisearten: von der eintägigen Geschäftsreise bis zum mehrwöchigen Urlaubstrip. Er wählte Städteverbindungen aus, deren Entfernungen auch mit dem Zug zu bewältigen sind. Auch die Buchungszeitpunkte – ein Tag bis mehrere Wochen im Voraus – gingen in die Rechnungen ein. Unbeachtet blieben Zubringerkosten, Platzreservierungen, möglicher Aufpreis für Gepäckbeförderung, Rabattkarten und eventuelle Kreditkartenkosten.