CSU-Chef Horst Seehofer hat bei den Koalitionsverhandlungen erreicht, dass auf deutschen Autobahnen eine Pkw-Vignette eingeführt werden soll, allerdings nur für ausländische Fahrzeuge. Kritiker bezweifeln jedoch den wirtschaftlichen Nutzen einer Pkw-Maut.

Ich schlage ein alternatives Maut-System vor, bei dem die Autofahrer die Höhe der Gebühren weitgehend selbst bestimmen können. Es soll nicht in erster Linie dazu dienen, dem Staat höhere Einnahmen zu verschaffen, sondern dazu, den Verkehrsfluss zu regulieren und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Wie die Lkw-Maut basiert es auf einer Positionsbestimmung des Fahrzeugs mittels Satellitennavigation.

Bei einer ersten Variante wären die Mautgebühren nach Fahrspuren gestaffelt. Für die rechte Spur würde eine niedrige Gebühr erhoben, vorzugsweise ein Nulltarif. Je weiter links die Spur liegt, desto höher würde die Gebühr.

Durch die Staffelung nach Fahrspur würde das Rechtsfahrgebot  besser eingehalten. So würde die Maut zur besseren Auslastung der Autobahnen führen, zu effizienterem Fluss und zu höherer Sicherheit des Verkehrs.

Bei einer zweiten Variante des Systems könnte man für die einzelnen Spuren unterschiedliche Richtgeschwindigkeiten vorgeben, die umso höher lägen, je weiter links die benutzte Spur ist. Beim Fahren mit einer Geschwindigkeit bis zum jeweiligen Richtwert gälte der jeweilige Spurtarif. Bei höheren Geschwindigkeiten würde ein erhöhter Spurtarif erhoben.

So würde man einen Anreiz zu langsamerem Fahren setzen, was die Verkehrssicherheit erhöhen und den Treibstoffverbrauch senken würde. Außerdem würde man große Geschwindigkeitsunterschiede auf benachbarten Spuren vermeiden und dadurch eine Ursache für schwere Unfälle beseitigen.

Beide Varianten ließen sich auch kombinieren. Zudem könnte man  Parameter wie Schadstoffausstoß, Tageszeit, Brücken und Tunnel hinzufügen. Bei der Einführung könnte man die technische Infrastruktur des Lkw-Mautsystems übernehmen. Dazu gehören auch das Abbuchen der Gebühren und Einrichtungen zum Datenschutz. Für die Positionsbestimmung wäre das geplante Satellitensystem Galileo besonders geeignet, weil es eine spurgenaue Bestimmung der Fahrzeugposition erlauben würde.