Der Ambulanz-Jet des ADAC wurde für private Zwecke genutzt. Der Präsident des Automobilverbands, Peter Meyer, sagte der Bild am Sonntag: "In einem Fall ist ein Familienmitglied einer ehemaligen Führungskraft 2012 bei einem Ambulanzflug mitgeflogen." Es seien "sofort die erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen" worden, sagte Meyer.

Meyer aber denkt nicht an Rücktritt. Der Bild am Sonntag sagte er: "Als Präsident wurde ich im letzten Jahr mit großer Mehrheit bis 2017 wiedergewählt. Ich stehe zu meiner Verantwortung und werde die Vorkommnisse umfassend aufklären, damit das Vertrauen in den ADAC schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann."

Meyer kündigte an, dass er den ADAC reformieren wolle. "Ich nehme die Vorwürfe der letzten Tage sehr ernst und garantiere Aufklärung. Mein Ziel ist, dass wir die Vertrauenskrise überwinden und verlorene Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Mit Offenheit, Transparenz und mehr Mitgliedereinbindung wird uns das gelingen."

Künftig sollen die Rettungsflieger nicht mehr für Dienstreisen genutzt werden. "Wir werden diese Praxis im Präsidium sicherlich diskutieren und ändern. Die Kritik der letzten Tage habe ich verstanden und nehme sie an."

Der ADAC hatte am vergangenen Montag eingeräumt, dass die Vergabe des Autopreises Gelber Engel manipuliert worden sei. Am Freitag wurde bekannt, dass ADAC-Präsidiumsmitglieder mit Rettungshubschraubern des Automobilclubs zu dienstlichen Terminen gereist waren.