Der ADAC hat Manipulationen beim Autopreis Gelber Engel zugegeben. Die Zahl der abgegeben Stimmen für den Publikumspreis Lieblingsauto sei geschönt worden, nicht aber die Reihenfolge der Ergebnisse, heißt es in einer Pressemitteilung, die einen entsprechenden Bericht der Bild am Sonntag bestätigte.

Die Zahl der abgegebenen Stimmen sei in der ADAC-Mitgliederzeitschrift Motorwelt höher angegeben worden, als tatsächlich Leser an der Umfrage teilgenommen hätten. Das habe Kommunikationschef und Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter am Freitag eingeräumt und mit sofortiger Wirkung sämtliche Aufgaben und Funktionen niedergelegt, hieß es. Er übernehme die alleinige persönliche Verantwortung.

Ramstetter bedauere, der Glaubwürdigkeit des Automobilclubs Schaden zugefügt zu haben, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die ADAC-Spitze habe eine interne Prüfung der Preisvergabe angeordnet. Im kommenden Jahr solle der Leserpreis in einem notariell beaufsichtigten Verfahren vergeben werden. 

Weder die Geschäftsführung noch das Präsidium des Automobilclubs seien zu irgendeinem Zeitpunkt über die Unregelmäßigkeiten bei der Leserwahl unterrichtet gewesen.

Der ADAC ist mit rund 19 Millionen Mitgliedern der größte Autoclub in Europa und zugleich größter Verein in Deutschland. Nun droht dem Verein eine massive Vertrauenskrise. 

Nach dem ersten Bericht der Süddeutschen Zeitung zu möglichen Manipulationen hatte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair am vergangenen Donnerstag bei der offiziellen Feier zur Auszeichnung vor den geladenen Gästen noch von "Unterstellungen und Unwahrheiten" gesprochen. Obermair hatte sogar gespottet, immerhin seien die vier Buchstaben des ADAC richtig abgedruckt worden. Offen ist, ob nun auch Obermair gehen muss.