Das Ausmaß der Manipulationen beim Automobilclub ADAC ist offenbar größer als bisher angenommen. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge veränderte der ADAC bei der Preisvergabe des Gelben Engels nicht nur die Zahl der Stimmabgaben, sondern auch die Reihenfolge der prämierten Modelle. Profitiert habe davon BMW.

Bei der Publikumsabstimmung für die diesjährige Auszeichnung soll laut dem Bericht das Modell BMW 5 den siebten Rang belegt haben. In der Pressemitteilung wurde es aber auf Platz fünf geführt. Der zuvor als Fünfter genannte VW Tiguan war dadurch nicht mehr in dem veröffentlichten Ranking vertreten. Durch die Aufnahme von BMW sind neben VW und Mercedes die drei größten deutschen Automobilhersteller berücksichtigt worden.

Unter Berufung auf einen anonymen Informanten schreibt die Süddeutsche Zeitung weiter, die Manipulationen bei der Reihenfolge des Autopreises habe es schon seit Jahren gegeben. Die Vorjahre "sahen ähnlich übel wie die Wahl 2014 aus", wird der Informant zitiert.

Externe Prüfung soll nächste Woche abgeschlossen werden

ADAC-Sprecher Christian Garrels sagte der Nachrichtenagentur dpa, er könne den Bericht nicht bestätigen: "Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem ADAC sind bisher keinerlei Ergebnisse bekannt." Die vom ADAC beauftragten externen Prüfer der Firma Deloitte wollen ihre Ergebnisse in der kommenden Woche präsentieren.

Bislang hatte der ADAC nur zugegeben, die Zahl der abgegebenen Stimmen gefälscht zu haben. Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte die Verantwortung dafür übernommen und war zurückgetreten. In einem Interview mit der Zeitschrift Motorwelt hatte Präsident Peter Meyer aber gesagt, er könne nicht ausschließen, dass auch das Ranking gefälscht sei.