Eine Zahlung von ADAC-Vereinsgeld in Höhe von 200.000 Euro an eine Firma eines ehemaligen Club-Vorstands steht in der Kritik. Das Geld sei 2009 als "Werbekostenzuschuss" für ein TV-Studio an eine Tochterfirma von Wige Media gezahlt worden, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Zahlung falle in die Verantwortung des Autoclub-Präsidenten Peter Meyer, der auch den zuständigen ADAC Nordrhein e.V. leitet.

Der ADAC-Funktionär Peter Geishecker sei zum Zeitpunkt der Zahlung Vorstand von Wige Media gewesen, zudem hätten ihm 31,25 Prozent der Aktien gehört. Gleichzeitig war er 2009 auch im Vorstand des ADAC. Seine Firma produziert unter anderem Fernsehbilder von Sportereignissen, etwa von Autorennen, die der ADAC veranstaltet. Wige Media betrieb ein Fernsehstudio auf dem Nürburgring, dafür sei die ADAC-Zahlung gedacht gewesen.

Die Süddeutsche Zeitung mutmaßt, dass mit dem Geld der Firma aus der Klemme geholfen werden sollte: Wige Media hätte zu dem Zeitpunkt Verluste gemacht und dringend eine Sanierung benötigt, die dann auch erfolgt sei.   

"Satzungsgemäße Förderung des Motorsports"

Der ADAC dagegen beteuert, es habe sich bei den 200.000 Euro um "satzungsgemäße Förderung des Motorsports" gehandelt. Dank der Zahlung sei etwa das Nürburgring-Studio nach dem Autoclub benannt worden.

Eigentlich ist es ADAC-Funktionären verboten, mit Vereinsvermögen untereinander Geschäfte zu machen. Doch im Fall der Geishecker-Firma Wige Media sei eine Ausnahme gemacht worden, berichtet die Süddeutsche Zeitung: Der Vorstand des ADAC Nordrhein e.V. hätte das beschlossen – ihm gehörten Meyer und Geishecker an.

2012 ging der Nürburgring pleite – entsprechend verlor auch das Fernsehstudio dort seinen Zweck. Der Vertrag mit dem ADAC wurde aufgelöst, die Tochterfirma von Wige Media zahlte 100.000 Euro zurück.

Der ADAC steht in der Kritik, seit bekannt wurde, dass bei der Vergabe des Preises Gelber Engel Daten manipuliert wurden. Außerdem sollen Rettungshubschrauber für Dienstreisen des Präsidiums genutzt worden sein. Pannenhelfer sollen für den Verkauf von Autobatterien Boni erhalten haben.