Vier Zylinder sind der neue Standard für Volvo: Peu à peu gibt der schwedische Autohersteller seine Fünf- und Sechszylindermotoren auf und arbeitet an einer neuen Motorenfamilie mit zwei Litern Hubraum und vier Brennkammern. Der neue XC90, der Anfang 2015 auf den Markt kommt, wird das erste Modell sein, das ausschließlich mit den von den Schweden selbst entwickelten Triebwerken vorfährt. Doch drei der neuen Motoren wurden jetzt schon in die Autos der beliebten 60er-Reihe (S60, V60, XC60) implantiert.

So müssen die 60er-Modelle zwar noch ein wenig auf ihre komplette Runderneuerung warten, die erst für 2016/17 ansteht, aber zumindest technisch verjüngt stehen sie nun bei den Händlern. Zum Einsatz als Frontantrieb kommen zwei ziemlich PS-starke Benziner (245 PS und 306 PS) sowie der doppelaufgeladene D4-Diesel mit 133 kW (181 PS). Letzterer erfüllt wie die neuen Ottomotoren die Abgasnorm Euro 6.

Vor allem aber will sich der neue Diesel als besonders sparsam profilieren. Ein Blick auf die Verbrauchswerte der Mittelklasse-Limousine S60 macht es deutlich: Obwohl die Leistung im Vergleich zum bisherigen D4 um fast 20 Prozent gestiegen ist, sank der Verbrauch um 12 Prozent. Der neue Selbstzünder im S60 benötigt auf 100 Kilometer im Normfahrzyklus durchschnittlich 3,8 Liter, was einem CO2-Ausstoß von 99 Gramm je Kilometer entspricht. In der Version mit der ebenfalls neuen Achtgang-Automatik fließen im Schnitt 4,2 Liter durch die Leitungen (109 Gramm CO2 je Kilometer). Im Kombi V60 sind es jeweils 0,1 Liter mehr.

Möglich werden diese guten Werte durch ein geändertes Einspritzverfahren, das Volvo i-ART-System nennt. Statt eines einzigen Drucksensors in der Kraftstoffleitung verfügt jedes Einspritzventil über einen eigenen kleinen Sensor. So wird gewährleistet, dass jeder Zylinder mit der richtigen Kraftstoffmenge und dem optimalen Einspritzdruck versorgt wird.

Soweit die Theorie. Kurven und bergige Straßen ließen bei ersten Testfahrten die Freude am Gasgeben überwiegen. Die souverän und unaufdringlich agierende Achtgang-Automatik tat ihr Übriges, nicht ständig an den Verbrauch zu denken. So wurde auch nicht über einen Schalter an der Mittelkonsole die Eco+-Funktion aktiviert, die bei der Achtgang-Automatik zur Verfügung steht.

Nutzt man sie, dann werden die Motorsteuerung sowie Schaltpunkte für eine zurückhaltende, sparsame Fahrweise angepasst. Außerdem drosselt Eco+ die Leistung der Klimaanlage. Darüber hinaus kann man hier die Segelfunktion nutzen, also entkoppelt vom Antriebsstrang die Bewegungsenergie des Fahrzeugs nutzen.